StadtRaumBaum
Wenn Bäume durch die Stadt wandern

Startschuss war Mitte Mai und einen Monat später zieht das mobile Grün in seinem roten Kleid auf Position Zwei. Das Mobile-Grün-Projekt „StadtRaumBaum“ ist eine Initiative des Innenstadtmanagements und eines Projektteams der Stadt Freising, um mehr Grün in die Innenstadt zu bringen. Stadtgeschichtlich ist die Altstadt Freisings jedoch keine „grüne Stadt“, was bedeutet, dass eine Bepflanzung des Innenstadtbereichs weder historisch belegt noch architektonisch berücksichtigt ist. Um jedoch dem Wunsch der Bürger nachzukommen, hat sich die Projektgruppe für eine temporäre Begrünung ausgesprochen und in Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten Felix Metzler und Tobias Kramer der S-Werke und toponauten das Projekt „StadtRaum-Baum“ für das Jahr 2012 umgesetzt. Mit diesem Projekt fällt der Startschuss für den öffentlichkeitswirksamen Veränderungsprozess der Freisinger Innenstadt, die in den kommenden Monaten und Jahren weiterentwickelt und attraktiviert wird.
Das Konzept der Landschaftsarchitekten legt zugrunde, dass lebendige Stadt Veränderung und Flexibilität im öffentlichen Raum bedeutet, dass Stadt als sich veränderndes System zu begreifen ist. Flexibilität, Wandelbarkeit, Anpassung, Spontaneität und vor allem bewegtes Leben, sowie gesellschaftliches und soziokulturelles Handeln machen nach Meinung von Tobias Kramer Stadt aus. Er sagt: „Dem öffentlichen Raum kommt dabei die entscheidende Rolle zu. Nicht nur, dass er die Stadt organisiert, er ist die Bühne und das Parkett für unterschiedlichste urbane Aktivitäten.“ Felix Metzler ergänzt, dass daher der Wunsch der Bürger nach mehr Grün in der Innenstadt nur ein Grund der Aktion „StadtRaumBaum“ sei. Die Bäume in ihren hotspotpots, nach dem Design der Landschaftsarchitekten, stoßen bereits seit dem ersten Tag die Diskussion um öffentlichen Raum in Freising und mögliche Veränderungen im Rahmen einer Umsetzung der Innenstadtkonzeption an. Als Merkzeichen im Stadtbild erhöhen sie die Ablesbarkeit von Stadtraum und formen ein unerwartetes und vielleicht neues Stadtbild in den Köpfen der Bürger.
Durch die Veränderung des Standortes erwecken sie Aufmerksamkeit und Neugier für die Stadt an Orten, an denen in der Zukunft eine Veränderung stattfinden soll. Die 8 Bäume markieren immer dort den urbanen Raum, wo das städtische Leben am intensivsten ist oder sein könnte. Zusätzlich erfüllen die mobilen Bäume über den ganzen Projektzeitraum weitere Funktionen, die ebenfalls auf der Innenstadtkonzeption basieren. Zum einen verbessern sie lokal das Mikroklima urbaner Raumsituationen, zum anderen stärken sie die gelebte Komponente des öffentlichen Raums. Vorgesehen ist auch die Bäume u.a. auf Parkplätzen zu positionieren, um auf eine Verkehrsberuhigung der Freisinger Innenstadt und einen möglichen Rückbau von Parkplätzen hinzuweisen. Im Abschlussmonat Mitte Oktober bis Mitte November 2012 werden die Bäume als Einzelobjekte an den Eingängen zur Innenstadt platziert. Auch hier wird einem Bestandteil der Innenstadtkonzeption Rechnung getragen. Die Innenstadtzufahrten sollen optisch wie baulich so gestaltet werden, dass auf den ersten Blick ein Übergang zwischen stark befahrenem und verkehrsberuhigtem Bereich sichtbar wird.
Jede Idee ist immer nur so gut wie sie auch zu realisieren ist. So setzten das Projektteam und die Landschaftsarchitekten in Kooperation mit der Säcke- und Planenfabrik Bergmann aus Freising und der Stadtgärtnerei Freising alles daran, das Projekt 2012 auf den Weg zu bringen. Das Design der hotspotpots wurde unter technischer Beratung und Handanlegen der Kooperationspartner von den Landschaftsarchitekten direkt in die Tat umgesetzt. Interessiert begegnete man der Anfrage der Landschaftsarchitekten Felix Metzler und Tobias Kramer bei der Firma Bergmann. „Diese Herausforderung nahmen wir gerne an“, sagt Udo Bergman: „Es war spannend für uns, die innovativen Ideen der S-Werke in unserem Betrieb umzusetzen. Bei der Konstruktion des Prototyps kamen wir gemeinsam schnell zu guten, ästhetischen und einfach umsetzbaren Lösungen.“
Das zielgerichtete Teamwork des Innenstadtmanagements und des Projektteams mit den ausführenden Partnern hat dazu beigetragen, dass der StadtRaumBaum Realität wurde.

Dieser Artikel erschien im FINK-Magazin vom Juli/August 2012.
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