Red Blood Cells

Ready to take off

von Alex Fischer, 01. Januar 2013

Das Licht geht an im Abseits, die Meute tobt. Thomas Kozel, Frontmann der Freisinger Indie-Rock-Formation zieht den Stecker aus seiner E-Gitarre. Gerade haben er und seine Mitstreiter Twana Nedamaldeen (drums), Marcel Heinrich (Bass) und Bruderherz Ferdi Kozel (git., voc.) tüchtig eingeheizt in der Neustifter Kult-Katakombe.Viel Zeit bleibt nicht den Erfolg auszukos-ten. Der Hauptact „The Aberdeens“ will auf  die Bühne. Den begeisterten „Cells“-Fans scheint das egal zu sein in diesem Moment. Der Applaus will nicht verstummen. Gefragt, was er sich jetzt noch wünscht, antwortet Tom wie aus der Pistole geschossen: „Ich würde gern mal auf dem Plus-Festival am Vöttinger spielen“.
Die junge Band hat sich viel vorgenommen. Alle sind so Anfang Zwanzig. Auch wenn sie viel um die Ohren haben mit Ausbildung und Studium wollen sie ihr Musik-Projekt nach vorne bringen. „Wir proben jede Woche, bevor etwas live gespielt wird, muss es perfekt sein“, verrät  Nedamaldeen über die Sorgfalt mit der die Cells zu Werke gehen. Das kommt an. Der gekonnte Mix aus Indie-Rock, Garage und Alternative hat dazu geführt, dass sich die Formation einen Namen gemacht hat in der Region. Vierzig Auftritte in Freising und München schlagen inzwischen zu Buche. Es sollen bald mehr werden. Die Band ist auf der Suche nach Spielstätten, will sich um Gigs in anderen Städten kümmern. Einfach ist das nicht, ohne Manager. Alle haben Verpflichtungen, sind am Studieren oder stecken mitten in einer Ausbildung. „Wir sind eigentlich bodenständig, wollen keinen Höhenflug kriegen“, verrät Ferdi. Gleichzeitig will man die Band auf einem guten Weg sehen, mehr tun dafür, dass es vorwärts geht. Auf großen Festivals spielen – das wär’s. „Oder einfach losfahren und schauen, was geht“, spekuliert Nedamaldeen auf eine Spontan-Tournee.
Wie auch immer, an Empfehlungen mangelt es nicht. Seit 2009 spielt man in der Formation zusammen. Die EP „In Your Veins“ ist allerfeinst eingespielt. Im Studio der Kammerspiele in München. Kumpel Georg Wörle hat das eingefädelt. „Wir hatten Glück“, sagt Ferdi, „der Schorschi hat  dort ein  freiwilliges soziales Jahr eingelegt, wir waren sein Projekt“. Gemixt und gemas-tert ist das gute Stück von Ludwig Maier (Blumentopf, etc.) Man hat beim München-Marathon auf dem Königsplatz vor großer Kulisse bestanden, ist einfach rausgegangen und hat sich vor fremdem Publikum die Seele aus dem Leib gespielt. „Die Leute sind danach gekommen und haben uns beglückwünscht“, erinnert sich Heinrich. Ihren Vorbildern, den „White Stripes“, „Jet“ oder „Kasabian“ machen sie alle Ehre. Nicht nur auf der Bühne. Auch im Internet und im Radio. Der Take „Bring Back Brightness“ hat auf You-Tube binnen kurzer Zeit über 1000 Klicks erzielt. Bis nach Australien reicht der Ruf der „Cells“. Ein Beitrag bei EGO-FM kommt Anfang Februar, der Radio-Sender strahlt die eigens eingespielte Unplugged-Nummer „Omen“ aus. Bei Bayern 3 waren die Cells auch schon zu hören. Das lässt sich doch gut an. Die „Red Blood Cells“ wollen durchstarten – keine Frage. Das Zeug dazu hätten sie.