Neue Köpfe, noch mehr Schultern

„Fairtrade-Stadt“: Kein bloßer Titel, sondern ein Auftrag – Faires Forum will Bewusstsein weiter schärfen

02. Dezember 2012

Noch breiter aufstellen wollen sich die engagierten Mitstreiter, die sich nach dem Auftrag durch den Hauptausschuss bei der Initiative TransFair e.V. erfolgreich um die Anerkennung Freisings als „Fairtrade-Stadt“ bemüht hatten: „Neue Köpfe, noch mehr Schultern“ könnte die Devise des „Fairen Forums Freising“ lauten, das die einstige Steuerungsgruppe aus Mitgliedern des Vereins „Partnerschaft Eine Welt Freising e.V.“, der Regionalvermarktungs-initiative Freisinger Land, des Katholischen Kreisbildungswerks Freising, persönlich Interessierten aus der Pfarrge- meinde St. Lantpert und der Stadtverwaltung Freising unter Leitung von Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher jetzt auf den Weg gebracht hat: Mit Vertretern der Stadtratsfraktionen, der Volkshochschule, des Gewerbeverbandes Freising, der mit dem Innenstadtmarketing beauftragten CIMA und weiteren Interessierten, die sich der Steuerungsgruppe längst aus Überzeugung angeschlossen hatten, will sich das Faire Forum noch breiter aufstellen, um die Ziele und Ideale des Fairtrade- Gedankens stärker in die Bevölkerung zu tragen. Wesentlicher Leitgedanke ist dabei auch das Ziel, bio, regional und fair dabei keinesfalls gegeneinander auszuspielen, sondern gemeinsam zu stärken.

Wirkungsvolle Signale für einen wichtigen Prozess „Fairtrade-Stadt“ zu sein ist kein bloßer Titel, sondern ein Auftrag. „Durch ihr Engagement für den Fairen Handel vor Ort nimmt die Stadt Freising eine Vorreiterrolle ein. Dies setzt ein konkretes Zeichen für eine gerechtere Welt, indem Freising dazu beiträgt, dass durch faire Handelsbeziehungen den benachteiligten Produzentengruppen im Süden zu einem verbesserten Einkommen verholfen wird“, heißt es in der Ernennungsurkunde vom 29. Juni 2011, die Kathrin Bremer von der Siegelorganisation „TransFair“, Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der „Dritten Welt“ e.V., bei einem kleinen Fest überreichte.

Beim Einkauf auf Produkte zu achten, die mit dem Fairtrade-Siegel gekennzeichnet sind, ist das eine. Das generelle Bewusstsein zu schärfen, auch mit vermeintlich kleinen Schritten viel beizutragen für eine etwas gerechtere Welt, beschreibt einen Prozess, der nie abgeschlossen sein wird und erfreulicherweise nicht nur von zahlreichen Pfarreien und verschiedenen Schulen sehr aktiv unterstützt wird.

Prof. Dr. Dr. Wolfgang Herrmann, Präsident der Technischen Universität München, hat sich im Oktober 2012 an die Hochschule gewandt: „Dem bürgerschaftlichen Engagement der Freisinger – darunter auch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der TUM am Campus Weihenstephan – ist es zu verdanken, dass der Universitätsstadt Freising im vergangenen Jahr der Titel ,Fairtrade-Stadt‘ verliehen wurde. Das Nachhaltigkeitsverständnis unserer Universität leitet sich in erster Linie aus unserem Auftrag als Dienerin der Gesellschaft ab. Es gibt jedoch auch kleine, aber wirkungsvolle Signale, die unser Streben nach einer gerechteren Welt deutlich machen. Hierzu zählt z.B. die Verwendung von Fairtrade-Produkten im Rahmen unserer Möglichkeiten im Arbeitsalltag.“ Der Präsidialbereich habe deshalb beim Einkauf von Kaffee und Tee bereits auf Produkte aus fairem Handel umgestellt. Präsident Herrmann: „Ich unterstütze diese Idee aus innerer Überzeugung und bitte Sie, diese Anregung an die Dekanate und Lehrstühle unserer Fakultäten und zentralen Einrichtungen sowie Betriebseinheiten weiterzugeben.“

Ein „süßes“ Ziel: Faire Stadt-Schokolade
Intensiv befassen möchte sich das Faire Forum mit der Einführung einer „fairen“ Freisinger Stadt-Schokolade, die auf sympathische Weise Gäste wie die eigene Bevölkerung aufmerksam macht auf Freisings Anspruch als Fairtrade-Stadt: Sich interessieren, mitdenken, hinterfragen, sich selbst, dabei aber auch den Menschen in den Ländern des Südens ausdrücklich etwas Gutes tun.

Die Stadtverwaltung Freising kauft für den Sitzungsdienst längst ausschließlich fair gehandelten Kaffee und stellt sich in ihren Vergaberichtlinien gegen den Erwerb von Produkten und Bauleistungen aus ausbeuterischer Kinderarbeit. Präsentschalen mit fair gehandelten Produkten unterstreichen, dass die Fairtrade-Stadt Freising auch bei festlichen Anlässen den Gedanken des fairen Handels verfolgt.

Das Faire Forum will sich viermal jährlich treffen, das nächste Mal voraussichtlich Ende Februar 2013. Die grundsätzlich öffentlichen Termine werden rechtzeitig über die lokale Presse und im Internet (www.freising.de) veröffentlicht.