Happy Birthday, FINK!

Ein Rückblick auf zehn Jahre Stadtmagazin

von Andreas Beschorner, 30. April 2017

Horst Köhler ist Bundespräsident, mit Benedikt XVI. ist ein „Freisinger“ Papst, der Oberbürgermeister heißt Dieter Thalhammer und Landrat ist Manfred Pointner. Das war 2007. Und: Im Mai des Jahres 2007 halten die Freisinger die erste Ausgabe des Stadtmagazins FINK in Händen. Und heute, 110 Ausgaben später, kann der FINK seinen 10. Geburtstag feiern. Längst ist er flügge geworden.

„sind drei eine zu viel?“ fragt – und zwar ganz trendy klein geschrieben – die erste FINK-Ausgabe im Mai 2017: Es geht um Für und Wider die dritte Startbahn. Heute, zehn Jahre später hat der Startbahnwiderstand im Jahr 2005 seinen 10. Geburtstag gefeiert, noch immer wird heftig über und vor allem gegen die Startbahn gekämpft. Und immer mit dabei: der FINK. Und noch etwas zeigt, wie gut der FINK inzwischen fliegen gelernt hat. Das andere große Thema in der FINK-Premiere: Das alte Gefängnis wird endlich saniert. Im ersten Jahr seines Bestehens bildet man auf der Titelseite auch noch ab und zu einen goldenen Stern ab, in dem eine Info steht, die heute fast jeder Freisinger kennt: „Dieses Heft ist kostenlos (aber nicht umsonst)“.

Im Mai 2008 kann der FINK auf der Titelseite stolz verkünden: „1 Jahr Freisinger Stadtmagazin“. Was waren die Themen bis dahin? Ja, genau: Der FINK hat sich kurz vor Schließung des Bavaria-Kinos in der Hauptstraße dort noch einmal umgesehen, ein Blick auf die Kommunalwahlen hat man geworfen, sich außerdem um Themen gekümmert, die heute entweder schon fast vergessen sind (Stichwort: Transrapid) oder die gerade im Entstehen sind (Stichwort: Neufahrner Kurve). Und schon im ersten Jahr war der FINK das, was er bis heute geblieben ist: vielfältig. Politik und Kultur waren die Themen, interessante Porträts und die Historie, jede Menge Vorschauen und Tipps, dazu Rezepte und Neues aus der Freisinger Kneipenszene.

Im Januar 2009 beschäftigt sich der FINK wieder mit der dritten Startbahn. Das Thema kennt man. Im Februar und im September 2009 ist der FINK fast schon prophetisch: Das Stadtmagazin hat den Asamkomplex etwas unter die Lupe genommen  und die ersten Schritte hin zu dem dokumentiert, was seit genau einem Monat harte Realität ist: die Sanierung des Schmuckkästchens in der Innenstadt. Und immer wieder Kultur: Wer weiß noch, dass Hubert von Goisern am 30. Juli 2009 in Freising gastierte? Aufschlussreich auch die Ausgabe Dezember 2009: Der FINK hat ein Gespräch mit Sonja Rube geführt – genau, die Frau, die die Innenstadtkonzeption über Jahre hinweg angeschoben und begleitet hat. Wer heute und in den kommenden Jahren durch die Innenstadt geht, weiß, wo das geendet hat, was da vor rund acht Jahren angestoßen wurde.

Manchmal ist ein Blick in zehn Jahre FINK auch deshalb interessant, weil man sieht, wo sich gar nichts getan hat: 2004 war das Ende Freisings als Garnisonsstadt besiegelt. Während das Areal der Stein-Kaserne inzwischen als Steinpark  wächst und wächst, hat sich vor den Toren Freisings nichts getan: Anfang 2010 hat der FINK einen aufschlussreichen Blick in den Bunker Fridolin werfen können. Heute, 13 Jahre nach dem Ende der Bundeswehr in Freising und sieben Jahre nach der FINK-Reportage, sieht es dort noch immer genauso aus: Fridolin ist ungenutzt. Zwischendrin hat sich der FINK mit Wolfgang Ambros unterhalten, der in dieser Zeit in Freising wohnte, hat auch mal wieder einen Blick auf die Innenstadtkonzeption geworfen, sich im September 2010 über das frisch sanierte Marcus-Haus gefreut und Ende 2010 von einem Förderverein berichtet, der Geld für eine Eishalle in der Luitpoldanlage sammeln wollte. Ein Blick auf elf FINK-Ausgaben des Jahres 2010 zeigt, dass manche Dinge in Freising halt etwas länger dauern.

Apropos: länger dauern. Im Februar 2011 fragt sich der FINK, ob neben den historischen Schlüterhallen vielleicht ein neues Kino entstehen könnte? Antwort: Ja. In der April- und Juni-Ausgabe geht es mal wieder um die Innenstadtkonzeption, im September um die Startbahn. 2011 ist das Jahr, in dem der FINK das macht, was er seit zehn macht: Bei wichtigen Themen am Ball bleiben.

Und in diesem Stil geht es weiter: Die Entwicklung des Steinparks begleitet der FINK, dokumentiert personelle Veränderungen in der Stadtpolitik – vor allem selbstverständlich 2012 die OB-Wahl -, feiert Jubiläen mit und stellt alte und neue Bands vor. Und immer wieder Startbahn, immer wieder Innenstadtkonzeption und Moosachöffnung, immer wieder Asamgebäude, immer wieder Steinpark und – ab 2012 – das neue Hallenbad. Immer wieder auch Bürgerentscheide wie die zur Moosachöffnung, zur Startbahn, zur Westtangente und zu Transgourmet. Der FINK zeichnet die Jahre, in denen Freising baulich umgestaltet wird, detailliert nach, vergisst dabei aber nie die Kultur, stellt den Lesern immer wieder interessante Persönlichkeiten vor – Hans-Jürgen Buchner von Haindling beispielsweise – und feiert Jubiläen: 40 Jahre Musikschule, 150 Jahre Feuerwehr, 100 Jahre Bankhaus Sperrer, 500 Jahre Furtner, 20 Jahre Plus, 125 Jahre Foto Werkmeister, 250 Jahre Wieskirche, und und und.

Wir schreiben das Jahr 2015: Der Asamsaal wird von einem Gerüst gestützt, das alte Bavaria-Kino wird abgerissen, zehn Jahr Startbahnwiderstand. Wieder ist der FINK mit dabei, mit interessanten Reportagen und tollen Fotos. Die Bewältigung des Flüchtlingsansturms wird zum Thema, der FINK schaut sich bei Freisinger Persönlichkeiten um, gräbt weiter Geschichten aus.

Jetzt ist der FINK zehn Jahre jung. Frank-Walter Steinmeier ist Bundespräsident, der Papst ist ein Argentinier, Der OB heißt Tobias Eschenbacher, und Landrat ist Josef Hauner. Die Innenstadtkonzeption läuft, mit der Asamsanierung und dem Domberg-Umbau wird gerade begonnen, die Startbahn ist noch immer nicht gebaut, das Hallenbad wird bald eröffnet, die Eishalle steht. Wie es nun weitergeht in Freising? Der FINK wird dabei sein. Noch immer kostenlos, aber nicht umsonst.