Asamchor präsentiert eindrucksvolle Werke von Theo Brand

02. Oktober 2011

Der Asamchor Freising präsentiert in diesem Konzert ein höchst originelles Programm, das sich deutlich von eingefahrenen Mustern unterscheidet: Zum einen erklingt eine Werkauswahl des bekannten Freisinger Komponisten Theo Brand, der im Jahr 2010 seinen 85. Geburtstag feiern konnte. Als zentrales Werk kommt sein spektakulärer und schmissiger „Sterngucker“ für Solostimme, gemischten Chor, Klavier und viel Schlagwerk zur Aufführung. Das Werk parodiert auf originelle Weise die Astrologiegläubigkeit vieler Menschen. Den Solopart übernimmt Benedikt Eder,

Diözesanmuseum Samstag, 8.10.2011, 19.30 Uhr und Sonntag, 9.10.2011, 17 Uhr

Absolvent des Camerloher-Gymnasiums und Gesangsstudent der Musikhochschule München.
Franz Scheuerer, Mitglied im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und oftmals Solist in Freising, interpretiert eine Violinsonate und Thomas Noichl, bekannter Pianist und Kulturschaffender aus Freising, eine Klaviersonate von Theo Brand. Den Werken von Theo Brand werden berühmte Werke der Renaissance gegenübergestellt: Neben Madrigalen, vom Chor a capella vorgetragen, erklingen Lieder von John Dowland, dem überragenden englischen Großmeister. Für die solistischen Darbietungen konnten Anna Takenaka und Katharina Heißenhuber gewonnen werden, begleitet von Martin Zimny an der Gitarre. Alle drei besuchten das Camerloher-Gymnasium. Anna Takenaka ist als mitreißende Musical- und Operndarstellerin auf verschiedenen Bühnen im deutschsprachigen Raum tätig, Katharina Heißenhuber studiert Gesang in Zürich und ist bekannt für ihre elegante Tongebung und ihre inte sive Ausdruckskraft. Der Gitarrenvirtuose Martin Zimny, früher 1.Bundespreisträger in „Jugend Musiziert“, studiert in Köln an der Musikhochschule. Karten sind im Vorverkauf in der Touristeninformation ab Ende September und an der Abendkasse erhältlich.

Theo Brand
Der Freisinger Musikpädagoge und Komponist Theo Brand, Kulturpreisträger des Landkreises, beging letztes Jahr seinen 85. Geburtstag. Ältere Freisinger werden sich noch an seinen Vater Franz erinnern, der am Domgymnasium Biologie und Chemie unterrichtete und von seinen Schülern liebevoll „Frosch“ genannt wurde. Der junge Theo lernte sehr früh, was Zivilcourage bedeutet: Sein Vater hatte sich während der NS-Zeit geweigert, in die Partei einzutreten. Nach 1945 beteiligte sich Franz Brand als Stadtrat maßgeblich am Neuanfang in der Stadt Freising.
Schon während des Krieges hatte sich Theo Brand in der Neustifter Pfarrei St. Peter und Paul engagiert. Aus der Kriegsgefangenschaft wurde er deswegen schnell entlassen, da ihm Kardinal Faulhaber seine Wichtigkeit für die Pfarrei als Organist bestätigte. In der Erinnerung beeindruckt Theo Brand vor allem, „mit welcher Opferbereitschaft und welchem Idealismus die Menschen nach dem Krieg das Leben wieder in Gang brachten“. Für den Musiker gehörte der Kirchendienst bei eisiger Kälte zur Selbstverständlichkeit. Sehr bald folgten die ersten Chor- und Orchesterkonzerte unter den schwierigen Bedingungen der Nachkriegszeit. Mit vielen bekannten Sängern aus der Staatsoper in München konnte Theo Brand damals musizieren.
Im Studium, das Theo Brand 1951 abschloss, beschränkte er sich nicht auf die Schulmusik, sondern baute seine Fähigkeiten mit den Ausbildungsrichtungen Hauptfach Orgel und Komposition aus. Von 1952 bis 1986 wirkte er als Musiklehrer in Freising am damaligen Institut für Lehrerbildung und später dann am Camerloher-Gymnasium. Zu seinen Schülern zählten im Freisinger Raum so bekannte Musiker wie Georg Will, Diethart und Günther Lehrmann, Fritz Kirmaier, Franz Schalasky, Angelika Polland, Angela Schweiger, Heidrun Hensel, Vitus Meisinger, Hans Halbinger, Veronika Fischereder oder Norbert Huber. Lehraufträge an der philosophisch-theologischen Hochschule und an der Hochschule für Musik dürfen als Anerkennung seiner Fähigkeiten gewertet werden. Von 1964 bis 1973 leitete Brand den Freisinger Kammerchor als Nachfolger von Staatskapellmeister Hanns Haas, der viel zu früh verstarb. Einflüsse von Strawinsky, Hindemith und auch der Gregorianik verbindet Theo Brand in seinen Kompositionen zu einem unverwechselbaren Personalstil. Zahlreiche Werke wurden im Rundfunk produziert und gesendet.
Aus dem umfassenden kompositorischen Schaffen Theo Brands seien einige Beispiele genannt:
GeistlicheMusik:
- Marienlegende, uraufgeführt 1955 vom Chor des BR;
- Gethsemani, Live-Sendung 1957 im BR aus dem wiedererstandenen Asamsaal unter Hanns Haas;
- Festmesse zur 150-Jahrfeier der Lehrerbildungsanstalt Freising, u. a. aus dem Martinsmünster Landshut über Funk gesendet;
- Proprium St. Petri, uraufgeführt zum Jubiläumsfest in Neustift 1992 und zum Pontifikalamt des damaligen Kardinals Joseph Ratzinger 1993 in Weng;
- Bearbeitung von Camerloher-Werken und deren Veröffentlichung über Funk und Fernsehen aus der Neustifter Kirche 1967. Jugendmusik:
- „Weilheimer Stückl“, Schuloper 1967, dargestellt in Freising, Weilheim, Oberammergau, Metten und Weiden;
- „Froschkönig“, 1991 von der Freisinger Musikschule vertanzt.
Chorzyklen:
Kalender, Fürbitten, Wolkensteiner, Buschiaden, Tierfabeln usw., aufgeführt im BR, NWR, Süddeutscher und Österreichischer Rundfunk und in vielen Konzerten.