Paul-Gerhardt Grundschule und Mittelschule

Die Freisinger Schulen, Folge 4

von Ricarda Schindler, 01. Februar 2015

Schon seit längerem sind die Paul-Gerhardt-Schulen keine „Brennpunktschulen“ mehr. Ihrer etwas auffälligen Vergangenheit haben sie es aber zu verdanken, dass die Schulen durch viele Projekte und viel Engagement zu dem geworden sind, was sie heute auszeichnet. Der Schwerpunkt der Schulen ist die Förderung von Sozialkompetenzen. Benannt nach dem berühmten Pfarrer und Liederdichter aus dem 17. Jahrhundert sind die Schulen in einem Bau aus den 70er Jahren mit einem neueren Erweiterungsbau untergebracht. Die Grundschule besuchen derzeit 242 Schüler in 11 Klassen. In der Mittelschule besuchen 228 Schüler 7 Regelklassen sowie 5 M-Zug-Klassen. Darüber hinaus ist die Paul-Gerhardt-Mittelschule die einzige Schule im Landkreis mit einer Übergangsklasse. Diese wird aktuell von 18 Schülern besucht und ist für bis zu 20 Schüler ausgelegt.

Der gelernte Hauptschullehrer Bernhard Kindler ist seit dem Schuljahr 2010/2011 der Rektor an den beiden Schulen. Diese Position hatte er zuvor an der Grundschule und Mittelschule Paunzhausen inne. Insgesamt fünf Jahre war er am Ministerium u.a. für pädagogische Grundsatzfragen, die Schulbuchzulassung und die Lehrerfortbildung (für alle Schularten) zuständig. Juliane Dorfmüller ist seine Stellvertreterin.

Die Paul-Gerhardt-Mittelschule war zum Schuljahr 2013/2014 die erste und ist bis heute die einzige Schule im Landkreis Freising, die eine Übergangsklasse etablierte. Diese Klasse wird von Schülern v.a. der Jahrgangsstufen 5 – 8 besucht, die keine ausreichenden Deutschkenntnisse haben und somit nicht am Unterricht der Regelklassen teilnehmen können. Spätestens nach zwei Jahren sollen die entsprechenden Sprachkenntnisse vorhanden sein, um einen Wechsel in die Regelklasse zu ermöglichen. Oft ist es auch der Fall, dass Familien aus aller Welt unter dem Jahr umziehen, deshalb kann die Schülerzahl der Übergangsklasse monatlich variieren. Für die Lehrkräfte ist es neben anderen Herausforderungen nicht leicht, Schüler in mindestens vier verschiedenen Altersklassen gemeinsam zu unterrichten. Langfristig ist daher eine zweite Übergangsklasse sinnvoll, um eine Aufteilung der Schüler nach 5./6. und 7./8. Jahrgangstufe vorzunehmen.

Die Mittagsbetreuung in der Grundschule wird von der katholischen Jugendfürsorge täglich bis 14 Uhr angeboten. An der Mittelschule gibt es bereits seit 2006 eine offene Ganztagsbetreuung. Dieses Angebot wird ebenfalls vom Jugendhilfeverbund Nord der katholischen Jugendfürsorge durchgeführt. Nach der Mittagsverpflegung erfolgt die Hausaufgabenbetreuung durch qualifizierte Kräfte sowie Freizeitaktivitäten z.B. Sport oder Projektarbeit.

Seit über 15 Jahren gibt es das Café Paula. Es wurde damals vom Jugendsozialarbeiter Michael Büttner ins Leben gerufen. Das Café Paula ist der zentrale Treffpunkt der Schule. Michael Büttner kam 1996 als Jugendsozialarbeiter an die Paul-Gerhardt-Schulen. Er ist neben seiner Arbeit an der Schule auch beim Jugendamt tätig, wodurch ein guter Draht zum Amt entstanden ist. Neben Hilfestellungen für die Schüler bietet das Café Paula auch Platz für die Einnahme der Mittagessen durch die Ganztagesschüler. Abseits der Schulzeiten finden hier die Treffen des Elternbeirats oder anderer Vereine wie dem Verein der Togoer statt. Letzterer organisiert regelmäßig Vorträge durch Referenten an der Schule.

Neben diesem erfolgreichen Angebot der Jugendsozialarbeit gibt es auch eine Schulberatung für Eltern und Schüler durch den Beratungslehrer Willi Madsack und die Schulpsychologin Martina Schneider. Beide sind an den Paul-Gerhardt-Schulen vor Ort, aber übergreifend für alle Freisinger Schulen zuständig.

Der Verein “MiBiKids e.V.” unterstützt mit seinen ehrenamtlichen Helfern Kinder mit Migrationshintergrund beim Lernen.

Für die Mädchen ab der 5. Klasse wird zusammen mit der Stadtjugendpflege regelmäßig dienstags ein Mädchentag angeboten. Neben dem Austausch mit Gleichaltrigen können die Mädchen an gemeinsame Aktionen wie z.B. Kochen oder Basteln teilnehmen.

In Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit wird alle 1-2 Monate eine Berufsberatung direkt an der Mittelschule angeboten. Ergänzend finden immer wieder große Berufetage für Jungen und Mädchen in der Luitpoldhalle statt.

Die großzügige Bücherei der Schulen ist einmal wöchentlich durch Mitarbeiter der Stadtbibliothek besetzt. Einen intensiveren Umgang mit den Büchern erfahren die Schüler in Lese-AG´s, die regelmäßig abgehalten werden.

Vielseitig in Benutzung sind auch die kleine und die große Schulküche. Nicht nur durch Schüler im Unterricht, sondern auch durch Vereine außerhalb der Schulzeit.

Mit der Fakultät Forstwirtschaft der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf besteht eine aktive Kooperation. Die angehenden Försterinnen und Förster unterrichten die Schüler in der Natur und auch theoretisch im Klassenzimmer als Bestandteil ihres Lehrauftrags.

Der Rotary Club Freising hat es sich zur Aufgabe gemacht, talentierte Schüler weiter zu fördern und ihnen damit die Chance zum Wechsel an eine andere Schulart zu ermöglichen. Dieses Engagement läuft seit 2008 unter dem Namen GR:IPS (Gemeinsam mit Rotary: Intensivnachhilfe Projekte an Schulen) und ist an Schüler gerichtet, die aufgrund finanzieller oder familiärer Probleme nicht selbstständig ihre vorhandenen Potenziale ausschöpfen können.

Die Paul-Gerhardt-Schulen bieten den Schülerinnen und Schülern demzufolge ein buntes Programm an Förderungen abseits des normalen Unterrichts.