Marafiki wa Afrika
Freunde für Afrika

Benachteiligte Bevölkerungsgruppen in Afrika unterstützen, aber auch den interkulturellen Austausch pflegen: Das ist seit mehr als 30 Jahren das Ziel des Freisinger Vereins Marafi wa Afrika. Die Referentin für Öffentlichkeitsarbeit des Vereins, Christina Deibl, stellt im FINK den Verein etwas näher vor.

„Marafiki“ bedeutet „Freund“ in Kisuaheli, der Sprache Ostafrikas – und beschreibt damit die Grundsäule des Freisinger Vereins Marafiki wa Afrika e.V. Freundschaften mit Menschen aus Tansania auf bauen und pflegen schafft Vertrauen und ist Basis jeder Art der Unterstützung. Man könnte meinen, dass dies bei Nord-Süd-Partnerschaften selbstverständlich ist. Doch bei vielen Projekten in Entwicklungsländern, oder besser Ländern des globalen Südens – denn auch Industrieländer müssten sich in Richtung Nachhaltigkeit „entwickeln“ – spielen Vertrauen, Einbindung der lokalen Bevölkerung und die „wahren“ Bedürfnissee der Leute vor Ort nicht die wichtigste Rolle. All dies will der Verein Marafiki wa Afrika berücksichtigen und arbeitet deshalb eng mit vier lokalen, tansanischen Partnerorganisationen zusammen, in denen Tansanier, die die Probleme vor Ort am besten kennen, die Projekte federführend definieren und gestalten.
Freundschaft ist für den Verein also das zentrale Element, um ganzheitliche Entwicklung nachhaltig zu unterstützen. Klar, dass auch die Entstehung des Vereins auf eine lange Freundschaft zurückgeht. Der Freisinger Pfarrer Michael Schlosser lernte während eines Praktikums in Tansania 1981 Father Isaias Bambara kennen. So wurden 1993 zwei gemeinnützige Partnervereine gegründet, einer in Tansania, („Marafiki wa Africa Tanzania“), einer in Deutschland („Marafiki wa Afrika Germany“). Beiden Vereinen ist der interkulturelle Dialog ein großes Anliegen. Von Freunden lernen, ihre Kultur verstehen und sie und ihre Mitmenschen zu unterstützen sind die Leitlinien.
Ein mehrmonatiger Aufenthalt in einer neuen kulturellen Umgebung ist sicherlich die intensivste Möglichkeit interkulturellen Austausches. Der Verein bietet daher ein Volunteer-Programm an. Egal wie alt oder mit welchem Hintergrund bekommen Freiwillige die Möglichkeit, Projekte der Organisationen in Tansania zu besuchen, zu verstehen und mitzugestalten. Die vier Partnerorganisationen des Vereins bieten eine große Bandbreite an Projekten an, bei denen unterschiedliche Zielgruppen im Fokus stehen: Simba Clay ist beispielsweise eine Töpferschule für Blinde, Aprofi leitet u.a. einen Montessori-Kindergarten, die Baramba School ist eine Secondary School für Mädchen und MAVUNO startete als Kleinbauernorganisation und baut heute u.a. Regenwassertanks und unterstützt benachteiligte Bauernfamilien, Waisenkinder und HIV-positive Frauengruppen. Um die Freiwilligen möglichst gut auf die neuen Erfahrungen vorzubereiten, bietet der Verein Vor- und Nachbereitungsseminare an. Um einen wirklich gegenseitigen kulturellen und fachlichen Austausch zu ermöglichen, besuchen auch die tansanischen Partner regelmäßig Deutschland. Eine offene Art der Auseinandersetzung mit beiden Kulturen bietet auch die Teilnahme am „interkulturellen Wochenende“, das der Verein jedes Jahr auch für Interessierte veranstaltet, die sich zeitlich keine „Auszeit“ in Ostafrika „leisten“ können. Rund um Freising organisiert der Verein noch viele andere Aktionen, beispielsweise ein jährliches Sommerfest für alle Vereinsmitglieder, (derzeit 55 an der Zahl) und Afrika-Interessierte und Informationsstände am Christkindlmarkt, bei der Jugendkorbinianswallfahrt oder am Afrika-Fest. Durch solche Veranstaltungen wollen die Ehrenamtlichen auf solidarisches Handeln hinweisen und für das Leben in Tansania sensibilisieren.
Mehr Informationen über den Verein, die unterschiedlichen Unterstützungsmöglichkeiten und das Volunteer-Programm gibt es unter www.marafiki.de.

Dieser Artikel erschien im FINK-Magazin vom April 2012.
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