Kult in Freising: Was Du nicht versäumen solltest

Roswitha Strassers Einblicke und Ausblicke

von Roswitha Strasser, 10. März 2019

Es gibt in jeder Stadt gewisse Dinge, die man einfach machen muss. In Freising ist das nicht anders und ich meine jetzt nicht eine Dombesichtigung, nein es sind eher die kleinen Dinge, die ich da vor Augen habe.

Maronimann

Am Maronimann vorbeigehen ohne Maroni zu kaufen? Logisch geht das, keine Frage, aber macht es auch Sinn? Der Schreyer Ferl ist ein echtes Freisinger Unikat und seit Jahrzehnten Kult! Und seine Maroni? Die sind erste Sahne! Übrigens kann man sich vom Maronimann auch die Stadt zeigen lassen, er ist nämlich auch ein erstklassiger Stadtführer.

Weißwurscht zuzeln im Furtner

Die besten Weißwürscht der Stadt macht wer? Der Metzger Dandl, genau! Und das schon seit Jahrzehnten. Ein Grund mehr, warum man zum Weißwurscht-Frühstück zum Furtner gehen sollte. Da gibt es sie nämlich, diese bayrische Köstlichkeit, die mit Händlmaiersenf und frischer Brezn serviert einfach nur der Hammer ist. Und das Ambiente in der alten Traditionsgaststätte, das passt perfekt dazu. Hier sitzt man an langen, uralten Tischen und es kommt zwangsweise die Frage auf, wie viele Menschen hier schon gesessen, ihre Weißwurscht gezuzelt, ein Bier getrunken und über Gott und die Welt sinniert haben.

Sich gruseln am Oberberghauser Kircherl

Wart Ihr schon mal bei diesigem, nebligem Wetter dort? Oder gar wenn es zu dämmern beginnt? Nein? Das solltet Ihr aber. Wenn Ihr Euch traut! Ein verwunschener Friedhof mitten im Wald, schaurig aussehende Grabmäler und das Wissen um ein verschwundenes Dorf. Das kann einem schon ein klein wenig Gänsehaut bescheren. Und? Gibt’s jetzt da wirklich Geister, oder wie? Nein, oder sagen wir „Nix Gwiß woaß ma ned“.

Tee kaufen in der ältesten Drogerie der Stadt

Absoluter Kult ist, bei Frau Nierle in der St. Florian Drogerie einzukaufen. Frau Nierle, mittlerweile 84 Jahre alt, wuppt (oder schmeißt) ihre Drogerie noch ganz alleine und ganz egal ob man MagenDarmprobleme, hartnäckigen Urinstein, oder selber Naturkosmetik etcetera herstellen möchte, hier gibt’s ALLES. Außerdem gehört’s auch bisserl dazu einen kleinen Ratsch mit der schlagfertigen Besitzerin zu halten. Genau betrachtet ist die etwas altmodisch erscheinende Drogerie total up to date. Warum? Weil sie alles hat, was gerade so in ist. Nur nennt sie es anders und macht kein großartiges Gschiss drum, wie der Bayer so schön sagt. Ein Beispiel dafür sind Wellnesstees. Logisch gibt’s die hier, immer schon, nur heißen sie halt nicht so. Was mir besonders gefällt, ist der nachhaltige Gedanke. Hier wird aus großen Kanistern, oder was auch immer, in Papiertüten umgefüllt. Nicht weil das Thema gerade so aktuell und zum Teil sogar modern ist, sondern weil’s bei ihr noch nie anders war. So einfach ist das. Was hat diese pfiffige Dame also, was andere nicht haben? Alles! 250 verschiedene Kräuter und Gewürze, alles für die ayurvedische, deutsche und (logisch) bayerische Küche, sämtliche Mittelchen, wenn ein häusliches Problem auftritt (verkalkte Kaffeemaschinen…), Öle und was weiß ich noch alles. Außerdem einen guten Humor und ein unglaubliches Fachwissen. Passt, oder?!

Saunen mit tierischer Hintergrundmusik

Die Saunalandschaft im Freisinger fresch eröffnet bald seine Pforten und ich freu mich schon sakrisch drauf (ein Artikel folgt bestimmt noch). Wenn es allerdings mal urig und kultig sein soll, kommt Ihr um einen Besuch im Kneippgarten nicht drum herum. Hier ist alles ein klein bisschen in die Jahre gekommen, was es aber nur umso sympathischer macht. Und warum Kult? Weil man im Außenbereich der Saunalandschaft oft die Schafe blöken hört und man entweder höllisch erschrickt, oder einfach nur lachen muss. Weil die Saunalandschaft mittwochs in fester Hand des Kneippvereins ist und das alles sehr humorvolle, ältere (und sehr hitzeresistente) Urgesteine sind. Weil man ebenfalls mittwochs einen Klangschalenaufguss beim Sigi miterleben kann und das, Freunde, werdet Ihr lieben!! Sigi macht seine Aufgüsse, weil er’s halt gern macht (er ist also nicht angestellt) und sie sind allesamt sehr exotisch, genau wie der Meister selbst. Sigi Martin ist übrigens ein sauguter Fotograf. Seine Fotos von weltbekannten Jazzmusikern kann man derzeit in der Q-Bar (Obere Hauptstr. 55) bewundern. Zu guter Letzt und hauptsächlich kann man im Kneippgarten einfach toll saunen und das in sehr netter, privater und fröhlicher Atmosphäre. Im Angebot: Finnische Sauna, Biosauna, Dampfbad, Infrarotsauna, Tauch- und Kneippbecken UND ein Schmuckstück von einem Außenbereich (wie gesagt, oftmals mit tierischer Hintergrundmusik)

Am Veitshof mit dem Nachwuchs knuddeln

Der Veitshof ist das ganze Jahr über eine beliebte Anlaufstelle. Mamas pilgern mit ihren Sprösslingen dort hin, Jogger legen einen Boxenstopp ein und die ganz ‚normalen‘ Spaziergänger kommen auch nicht drumrum. Die Rede ist vom Veitshof mit seinen neugeborenen Kälbern. Der tierische Nachwuchs lebt in sogenannten Kälberiglus und ist für Schmuseeinheiten sehr empfänglich.