Grundschule St. Korbinian

Die Freisinger Schulen, Folge 5

von Ricarda Schindler, 22. Februar 2015

Die Grundschule St. Korbinian ist nicht nur besonders zentral in der Freisinger Innenstadt gelegen, sondern heuer auch bereits 171 Jahre alt. Die frühere Mädchenschule wurde im Jahr 1844 im heutigen Gebäude von Mutter Theresia Gerhardinger eröffnet. Sie ist die Gründerin des Ordens der „Armen Schulschwestern“. Zeitweise z.B. während des 1. Weltkrieges wurden an der Schule beide Geschlechter unterrichtet, da die Knabenschule als Lazarett genutzt wurde. Ab dem Jahr 1975 wurde die Schule von weltlichen Lehrkräften geführt. Die letzten Klosterschwestern unterrichteten noch bis zum Jahr 1989 an St. Korbinian.

Derzeit besuchen 239 Schülerinnen und Schüler in 11 Klassen die Grundschule. Rund 30 Lehrkräfte bringen ihnen neben Lesen, Schreiben, Rechnen und den weiteren Grundschulfächern viele wichtige Sozialkompetenzen bei. Das Schulmotto der Grundschule St. Korbinian lautet „In einer Schule für alle achten wir aufeinander – Höflich – Freundlich – Friedlich“.

Heike Schmidtborn hat zu Beginn des aktuellen Schuljahres die Schulleitung übernommen. Zuvor war sie 4 Jahre an der Grundschule Langenbach und 5 Jahre an der Grundschule Hörgertshausen als Rektorin beschäftigt. Als Konrektorin arbeitete sie vor der Zeit an den beiden Grundschulen an der Mittelschule Au. Direkt nach ihrem Umzug aus dem hohen Norden nach Bayern unterrichtete sie zehn Jahre lang an der Mittelschule Nandlstadt. Sie ist besonders gerne an einer Grundschule tätig, da man hier eine große Weiterentwicklung der Kinder im Laufe der vier Jahre verfolgen und unterstützen kann. Heike Schmidtborn unterrichtet selber noch 17 Wochenstunden neben der Schulleitertätigkeit. Ihre Stellvertreterin ist Rita Patzelt. Die beiden Frauen ergänzen sich sehr gut durch ihre unterschiedlichen Stärken und Schwerpunkte.

Bereits vor einigen Jahren beschäftigte sich der damalige Rektor Karl Fech mit dem Gedanken der Inklusion. Schulen mit dem Profil Inklusion unterrichten Kinder mit und ohne erweiterten Förderbedarf beziehungsweise mit und ohne Behinderung in einer gemeinsamen Regelklasse. Diese bereichernde Form des gemeinsamen Unterrichts gibt es nun seit einigen Jahren an der Schule und seit dem Schuljahr 2011/2012 trägt die Schule offiziell das Profil „Inklusion“. Die Schule führt die Inklusion in enger Zusammenarbeit mit dem Bildungszentrum in der Gartenstraße und dem Förderzentrum Pulling durch. Alle zwei Jahre startet eine neue Tandemklasse ab der 1. Jahrgangsstufe. In dieser Klasse sind sieben Kinder mit erhöhtem Förderbedarf eingegliedert. Die Tandemklasse wird von einer Grundschullehrerin, einer Sonderschullehrerin sowie einer Kinderpflegerin geführt. Zur Unterstützung in den anderen integrativen Schulklassen gibt es sowohl eine Förderlehrerin, die fest an der Schule angestellt ist als auch eine Förderlehrerin, die für zehn Wochenstunden vom Förderzentrum Pulling zur Unterstützung an die Schule kommt. Bei Bedarf werden Kinder zusätzlich von einem eigenen Schulbegleiter während des Schulbesuchs unterstützt. Direkt im Schulhaus befindet sich auch der Grundschulhort. Dieser Hort ist ebenfalls integrativ, so dass alle Schüler der Grundschule nach dem Vormittagsunterricht den Hort besuchen können. Die Kinder werden jeweils bis 17.00 Uhr an Schultagen und an schulfreien Tagen sowie in den Ferien von 8.00 bis 16.00 Uhr von den Mitarbeitern des Jugendhilfeverbund Nord im Hort betreut. Die Mittagsbetreuung an der Schule wird während der Schulzeiten bis 14:00 Uhr angeboten. Zusätzlich gibt es eine Gruppe mit verlängerter Betreuung bis 15:30 Uhr bzw. freitags bis 14:00 Uhr.

Ein Schwerpunkt ist die Leseförderung, die mit Hilfe verschiedener Methoden umgesetzt wird. Von der 2. bis zur 4. Klasse gibt es sogenannte Leseschienen. Hierbei werden die Kinder klassenübergreifend in Leistungsgruppen eingeteilt und speziell gefördert. Zusammen mit externen Lesepaten und der Stadtbibliothek wird den Schülern die Freude am Lesen vermittelt. Beispielsweise gibt es seit gut zwei Jahren das Vorlesetürmchen. In einem kleinen, gemütlichen Raum bekommen wechselnde Gruppen von Schülern in der zweiten Pause von Eltern, Großeltern oder anderen Lesepaten vorgelesen. Sowohl das Lesen als auch das Schreiben soll den Schülern mit neuen, modernen und vielseitigen Methoden vermittelt werden. Für das Fach Mathematik steht allen Schulklassen mit der Mathe-Werkstatt ein Raum mit zahlreichen Unterrichtsmaterialien zur Verfügung. Zur stärkeren Vermittlung von mathematischen und naturwissenschaftlichen Wissen nimmt die Schule am Grundschulprogramm SINUS teil. Das beliebte Projekt JeKi (Jedem Kind ein Instrument) läuft an der Schule seit zwei Jahren. Unter der Leitung der musikalischen Konrektorin Rita Patzelt und in Zusammenarbeit mit dem Verein 3klang e.V. haben die Schüler die Möglichkeit im ersten Schuljahr ein Instrument kostenlos kennenzulernen. Ab dem 2. Schuljahr kann der Instrumentalunterricht freiwillig während des Vormittagsunterrichts weiter belegt werden.

Der Bereich Sozialerziehung, der vom Sozialentwicklungsteam laufend weiterentwickelt wird, ist ein wichtiger Bestandteil des Schullebens. Anstelle von wenig sinnreichen Strafarbeiten, haben Schüler nach einem Fehlverhalten die Möglichkeit zur Selbstreflektion mit dem sogenannten Nachdenkblatt. Hier wird die Schülerin oder der Schüler mit kindgerecht formulierten Fragen zum Nachdenken über das falsche Verhalten angeregt. Beim Schulposium organisiert der Elternbeirat regelmäßig wechselnde Referenten aus den Reihen der Elternschaft für praxisnahe Vorträge in den Klassen. Diesen Sommer gibt es etwa eine Lesung von einer Schülermutter, die Autorin ist. Die Schule nimmt am Programm „Klasse2000“ teil, das die Gesundheitsförderung zum Ziel hat. Bei der Gemeinschaftsaktion der Stadtwerke München und des Staatsministers für Unterricht und Kultus „Gesunde Pause – Helle Köpfe, Wasser hält die Gedanken in Fluss“ erhalten die Schüler zum Schuljahresbeginn Bio-Brotzeitboxen und Trinkflaschen zum Nachfüllen. Für die nötige Bewegung und eine interessante Abwechslung im Sportunterricht sorgen externe Trainer von Freisinger Vereinen. So können die Schüler beispielsweise Sportarten wie Baseball oder Basketball kennenlernen. Schulübergreifende Turniere in verschiedenen Sportarten bringen zusätzliche Motivation. Donnerstagnachmittags haben die Schüler die Möglichkeit zwei Stunden Spanisch bei einem Muttersprachler zu lernen. Besonders im Frühjahr und Sommer lädt die Gestaltung des Schulgartens zum Mitmachen ein. Die Schulhausgestaltungs-AG kümmert sich mit viel Liebe zum Detail um eine freundliche, bunte Gestaltung des charmevollen Treppenhaus und der Flure im alten Schulhaus. Zur Stärkung der Klassengemeinschaften findet ein Schullandheimaufenthalt während des 3. Schuljahres statt. Einen jahrgangsübergreifenden Schulchor von der 1. bis zur 4. Klasse organisiert Frau Lupp.