Obst und Gemüse bitte saisonal und regional

Der Umwelttipp des Monats

02. Mai 2020

Sag mir, was du isst, und ich sage dir, wer du bist.“, schrieb im 18. Jahrhundert der französische Gastrosoph Jean Anthelme Brillat-Savarin (1755 – 1826). Was sagt unser Bauchgefühl? Hunger! Was sehen unsere Augen? Alles da! Wie soll man hier umweltfreundliche Weisheit walten lassen? Durch den komplexen Welthandel und Marketingstrategien benötigen wir etwas mehr als nur ein Gefühl. Wir brauchen einen Saisonkalender und regionale Kenntnisse.

Der Kunde ist König?

Im Supermarkt und Discounter ist man stets volle Regale mit ganzjährig verfügbarer Ware aus aller Welt gewohnt. Warum? Der Handel sagt: „Der Kunde will und verlangt es so. Der Kunde ist König.“ Der Kunde meint: „Der Handel bietet es an. Warum soll ich es dann nicht kaufen?“ Somit könnte man auch fragen: „Was war zuerst da, das Ei oder das Huhn?“ Letztendlich sind es komplizierte Mechanismen, warum was in den Regalen liegt. „König“ und „Königin“ können aber auch bewusst über den Tellerrand sehen.

Was ist saisonal?

Heute ist es nicht mehr ganz ersichtlich, was gerade Saison hat. Erdbeeren oder Spargel im Februar? Eingeflogen aus Marokko (2500 Kilometer) oder Peru (11.000 Kilometer Luftlinie). Bis zu 30 Kilogramm CO2 „wiegt“ ein Kilogramm peruanischer Flug-Spargel. Nicht nur weite Transportwege, auch der Wasserverbrauch in Ländern mit geringem Niederschlag, überm..ige mineralische Düngung und exzessiver Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sind Umweltdesaster. Neben Erdbeeren und Tomaten haben beispielsweise auch Orangen eine Saison. Aus Spanien oder Süditalien gibt es sie nur von November bis März, sonst stammen sie meist aus Südamerika.

Vorteile regional:

- Ernte zum Reifezeitpunkt
- kurze Transportwege
- frisch vom Feld
- kurze / keine Lagerung
- Unterstützung der lokalen Wirtschaft
- direkter Kontakt

Mit mehr Regionalem auf dem Teller lernt man die Region, in der man lebt, besser kennen, spart gleichzeitig Transport-, Lager-, Gewächshausemissionen und unterstützt die lokale Wirtschaft.

Der perfekte Teller

Manchmal ist es schwierig, alle selbst oder fremd gesteckten Kriterien zu erfüllen: saisonal, regional, bio – dazu noch fair und verpackungsfrei, wäre die Krönung der Nachhaltigkeit. Niemand ist perfekt, aber wir können uns annähern. Und es schmeckt wirklich „guad“, den Teller mit Umweltschutz zu kreieren.
Probiere Sie es aus! Guten Appetit!

Agenda 21 Projektgruppe “Energie und Klimaschutz”:

Wer wir sind und was wir tun: Wir sind eine überparteiliche Gruppe engagierter Bürger*innen, der die Lebensqualität in Freising am Herzen liegt. Wir setzen uns für Klimaschutz und für effizienten Energieeinsatz in und um Freising ein. Wir sammeln Ideen und suchen nach pragmatischen Lösungen. Wir stellen konkrete Anträge an den Stadtrat, die behandelt werden müssen. Wir haben offene Treffen alle sechs Wochen. Wir freuen uns auf neue Impulse durch SIE.

Ansprechpartner: Sepp Beck, E-Mail: agenda21@freising.de

Saisonkalender online:

www.einfachzerowasteleben.de/saisonkalender. html

Buchtipp: Das Kochbuch „Freising schmeckt“ bietet mit Hofgeschichten und über 100 bio-regionalen Rezepten einen kulinarischen Einblick. (Manuela Gaßner)