Macht hoch die Türen

Protestanten und Katholiken laden zu einer „Langen Nacht der Kirchen“ ein

04. März 2015

Am 7. März ist in Freising wieder eine „Lange Nacht der Kirchen“.  Die erste vor fünf Jahren hat die beiden christlichen Kirchen ermutigt, denn diese Veranstaltung kam in Freising gut an.

„Lange Nächte“ gibt es inzwischen in vielfacher Form. Es gibt Lange Nächte der Bildung, Musik und Museen. Unter anderem Namen bieten sie die Geschäftswelt (Candle-light-Shopping) und die Grundschulen (Lesenacht) an. Auch die Kirchen veranstalten eine „Lange Nacht“ in größeren Städten schon seit einiger Zeit.

„Die Christen in den ersten Jahrhunderten sahen sich allen möglichen Verdächtigungen und unberechtigten Angriffen ausgesetzt. Sie hatten darauf eine gute Antwort und sagten: Wir gehen in die Öffentlichkeit und erzählen von uns!“, berichtet Stadtpfarrer Peter Lederer. “Dieses Beispiel bleibt immer von Bedeutung. So möchten auch wir, die katholische und die evangelische Kirche von Freising in die Öffentlichkeit gehen und laden herzlich ein zu den Angeboten der Langen Nacht der Kirchen!“

Veranstaltungsorte sind die Christi-Himmelfahrtskirche mit Gemeindehaus, die Kirche St. Georg mit Pfarrheim und die Kirche St. Lantpert, außerdem der Dom mit Johanniskirche und Kardinal-Döpfner-Haus, Pallotti, Altöttinger Kapelle und Heilig-Geist-Kirche – sowie als kirchliche Orte im weiteren Sinn das Caritas-Zentrum in der Bahnhofstraße und der Marienplatz. Wer die „Lange Nacht der Kirchen“ 2015 genießen möchte, muss sich in Freising bewegen. Auch so kann man das Motto deuten: „Glaube bewegt – Freising bewegt sich“.

Pfarrerin Dorothee Löser erklärt die Idee so: „Einen ganzen Abend lang Begegnungen und Erlebnisse in Kirchen, Neues Hören, Altes überdenken, miteinander beten, singen, tanzen, über den eigenen Glauben reden, Christsein feiern, dazu laden wir ökumenisch ein. Schon im Vorfeld ist durch die ökumenische Vorbereitung vieles in Bewegung gekommen. Wir freuen uns auf eine Lange Nacht voller Eindrücke und Inspiration; eine Nacht die uns im Glauben weiter und die Ökumene in Freising in Bewegung bringt.“

Die „Lange Nacht“ möchte die Vielfalt kirchlichen Lebens anschaulich machen.  Im Arbeitsalltag kennen wir oft nur noch den Sonntags-Gottesdienst und ab und zu Taufe, Hochzeit oder Beerdigung. Jetzt kann man einmal am Abend durch Freising bummeln und bei solch einem Bummel sehr viel von dem sehen, was sonst oft nur unentdeckt geschieht. Allerdings ist es kein einfacher Schaufensterbummel. Musik und Tanz, Führung, Gespräch und Gebet sind Erlebnisse für alle Sinne. Man muss sich Zeit nehmen, was bedeutet, dass man aus dem großen Angebot wahrscheinlich nur eine kleine Auswahl treffen kann.

Die Angebote finden im Stunden-Rhythmus statt. Um 18 Uhr ist der Eröffnungsgottesdienst in der Christi-Himmelfahrts-Kirche in der Saarstraße. Ab 19 Uhr beginnen die verschiedenen Veranstaltungen jeweils zur vollen Stunde. Sie dauern 30 bis höchstens 45 Minuten, sodass ein Wechsel möglich ist. Einige wenige Treffen zum Gespräch oder zu gregorianischen Klängen sind durchgehend, man kann jederzeit kommen oder gehen. Die Stadtführung „Friedenswege und Kriegspfade“ findet nur einmal statt (19 bis 21 Uhr). Um 23 Uhr endet die „Lange Nacht der Kirchen“ mit dem Abschlussgottesdienst im Dom. Ein ausführliches Programmheft liegt in den Kirchen sowie bei der Stadtinformation und Bücherei. Oder im Internet unter: www.evangelische-kirche-freising.de

In Freising ist der „Ökumenische Tisch“ für diese Veranstaltung zuständig. Die Organisatoren sind über das katholische Pfarramt St. Georg oder das evangelische Pfarramt Christi-Himmelfahrt zu erreichen. Eine jährliche Aktion hat sich als schwierig herausgestellt, aber fünf Jahre nach der bislang letzten „Langen Nacht der Kirchen“ sind jetzt alle Beteiligten wieder freudig und voll Eifer dabei. Das sind spirituelle Laiengruppen, Kirchenmusiker und Freisinger Geistliche: Lebendige ökumenische Kirche von unten.