Löwen helfen auch in der Bärenstadt

50 Jahre Lions Club Freising

13. Juni 2015

9. Juni 1965: Im Weinzimmer des Hotels Bayerischer Hof in Freising sitzen ehrenwerte Persönlichkeiten der Freisinger Gesellschaft beisammen. Ihr Ansinnen: Auf Anregung von Heinrich Steinbrecher gründen sie Lions Club Freising. Was damals von Männer wie Philipp Held, Georg Klimm, Ludwig Lettenmayer, Walter von Molo oder auch Franz Graf von La Rosèe aus der Taufe gehoben wurde, kann jetzt unter dem derzeitigen Präsidenten Göran Kleine auf ein halbes Jahrhundert segensreiches und wichtiges Wirken zurückblicken.
Die erste Aktivität des Lions Clubs Freising bestand in der Unterstützung des Roten Kreuzes in Freising, das einen Geldbetrag für den Aufbau der Sozialdienste bekam. Und heute? Allein in den vergangenen acht Jahren hat der Lions Club Freising über eine halbe Million Euro für die Hilfe und Unterstützung sozialer und kultureller Projekte ausgegeben. Beispiele: 136.000 Euro sind in die Unterstützung Freisinger Schulen geflossen (vor allem für die Suchtprävention), für 4.5000 Euro hat man zwei Fahrzeuge für den Rufbus angeschafft, 25.000 Euro gingen an die Flutopfer in Deggendorf, 17.500 an die Lebenshilfe Freising und 10.000 Euro an die Freisinger Tafel. Jeweils mehrere tausend Euro erhielten auch der Walderlebnispfad, die MiBiKids, Donum Vitae, Maria & Christoph e.V. und das Frauenhaus Freising. Doch der caritative Blick des Lions Clubs Freising geht über die Landkreisgrenzen und über Deutschland hinaus. Beispiele: 50.000 Euro gingen an die Tsunamiopfer in Sri Lanka und die Aktion „Sight First“, eine Blindenhilfe in Afrika, 20.000 Euro spendete man, um Straßenkindern in St. Petersburg zu helfen.
Die Hilfe für Petersburger Straßenkinder, der man sich nach einer Reise einiger Mitglieder nach St. Petersburg zuwandte, ist nicht die einzige Aktivität der Lions in Osteuropa: Seit 18 Jahren hilft der Lions Club Freising der Bayerischen Ostgesellschaft e.V., die vor allem den katastrophalen Verhältnissen in der westukrainischen Grenzstadt Peretschin Abhilfe schaffen will. Insgesamt sind rund 150.000 Euro in diesen 18 Jahren von Freising aus in die Westukraine geflossen. Und es ist eine feste Einrichtung geworden, in jedem Sommer 40 der ärmsten Kinder aus Peretschin für drei Wochen in ein Ferienlager einzuladen – mit genug Essen, sauberen Betten, Sport, Spiel und Spaß den ganzen Tag, kurz: für eine unbeschwerte und glückliche Zeit. Und dann gibt es noch die ganz kurzfristigen Hilfen, beispielsweise in ungarischen Ajka: Dort brach 2010 der Damm eines Rotschlammspeichers, überschwemmte mit seiner stark kontaminierten Brühe einige Orte. Man sammelte vier Wochen lang Kleidung und Hausrat, weil viele Familien wegen der ätzenden Kontaminierung ihren Haushalt aufgeben mussten. Zwei Monate nach dem Unglück – und zwar kurz vor Weihnachten – traf der Transport mit Hilfsgütern im Wert von 10.000 Euro in der Unglücksregion ein.
Höchste Priorität hat bei den Lions aber auch die Förderung von Kindern und Jugendlichen. Seit vielen Jahren unterstützt der Lions Club Freising deshalb auch den Verein Klasse2000, der sich bundesweit der Gesundheitsförderung, der Sucht- und Gewaltprävention verschrieben hat. 420 Schulklassen mit etwa 8500 Schülern sind seitdem durch die Unterstützung der Lions aus Freising in den Genuss dieser Maßnahme gekommen.
Zu einem Dauerbrenner und echten Erfolgsmodell geworden ist das Bigbandkonzert, das der Lions Club seit zwölf Jahren veranstaltet: Drei Gymnasien (das „Dom“, das JoHo und das „Camerloher“) und die Karl-Meichelbeck-Realschule hat die Schulstadt Freising – und damit vier Bigbands. Drei davon dürfen jedes Jahr im Wechsel vor rund 800 Zuhörern in der Luitpoldhalle auftreten und so Geld für den guten Zweck einspielen: 150.000 Euro sind dabei inzwischen zusammengekommen, wobei die Schulen mit einem festen Prozentsatz am Reinerlös beteiligt werden, um davon wiederum Noten und Material zu kaufen. Was dann noch als Gewinn übrig bleibt, setzt der Freisinger Lions Club für die Jugendarbeit und die Jugendkulturarbeit im Landkreis Freising ein. Die Schulen, die Jugend, die Zuhörer – sie alle profitieren.
Musik, die das Publikum erfreut und auch noch zu Gunsten eines guten Zwecks ist – das ist auch die „Geburtstagsparty“ des Lions Clubs Freising: Am 13. Juni lädt man zu einem Freising Open Air auf den Marienplatz. Es spielen Luz amoi & Friends für einen neuen Rufbus. Los geht’s um 19.30 Uhr mit der Combo des Camerloher-Gymnasiums, einer Rhythmusgruppe plus vierstimmigem Bläsersatz. Um 20.30 Uhr kommt dann Luz amoi auf die Bühne, wird mit moderner Volks- und Weltmusik die Fans begeistern. Um 21.45 Uhr dann wieder Stefan Pellmaier – jetzt mit seiner Percussion Brass Band.
„We serve“ – das ist eben das Motto der Lions. Und wie beschreibt das Alt-OB Dieter Thalhammer, selbstverständlich auch ein Lions-Mitglied? „Wenn ein Lions Club zusammen kommt, werden Probleme gelöst und es gibt Verbesserungen.“ Und sein Nachfolger und Lions-Kollege, Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher, sagt: „Lions sind auf der ganzen Welt vereint im starken Geist des Gebens und in ihrem Einsatz für andere.“