Kneippgarten: Geheimtipp für Ruhesuchende

06. April 2013

Das Haus Am Kneippgarten 10 liegt auf einem herrlichen Grundstück unterhalb vom Schafshof, ein wenig versteckt zwischen den Reihenhäuser. Nur wenige wissen, dass sich hier die älteste und wohl auch die einzige öffentlich zugängliche Saunaanlage in Freising befindet. Diese ist so schwer zu finden, dass man meinen könnte, man wolle hier unter sich bleiben. „Unsere Sauna ist zwar ein Geheimtipp für Ruhesuchende, aber verstecken müssen wir uns ganz sicher nicht“, sagt Andreas Früchtnicht, der zusammen mit seiner Ehefrau Ivanka seit 2007 den Betrieb leitet.

Woher der Name Kneippgarten kommt? Bereits 1925, erzählt Früchtnicht kurz die Geschichte des Hauses, hat der Freisinger Kneipp-Verein das Grundstück von 1,830 ha (damals landwirtschaftlichen Grund) für 1200 Gold Mark gekauft. Das Grundstück mit dem großem Baumbestand wurde von nun an als Freiluftbad von den Kneipp-Mitgliedern genutzt. Erst 1978, als das Grundstück im Bebauungsplan der Stadt Freising zur Bebauung ausgewiesen wurde, haben die Kneippianer ein Teil des Kneippgartens verkauft und mit dem Erlös 1981 das heutige Gesundheitszentrum gebaut. Das Haus hat Höhen und Tiefen erlebt: Wasserschaden, mehrere Gesundheitsreformen, fünf Pächter, die mal mehr mal weniger Erfolg hatten. Doch seit 2007 geht es wieder aufwärts. Durch umfangreiche Sanierungsarbeiten brachte der Verein die Anlage auf den neuesten technischen Stand. Seitdem steigen die Zahlen der Saunabesucher kontinuierlich. Ist man erst einmal über die Rezeption in den tiefer gelegenen Umkleideraum hinunter gestiegen, beginnt gleich die Führung durch die Saunaanlage. Flott hat man alles gesehen, die Fußbäder, die drei Saunen, eine Finnische, eine Dampf- und eine Biosauna, hygienisch und technisch sehr gepflegt, dazu das Tauchbecken, die Infrarotkabine, die drei Ruheräume, sowie den Weg hinaus zum Garten. Überhaupt der Garten: auf Liegestühlen unter 100-jährigen Eichen zu ruhen, was braucht man mehr? In dem kleinen, gemütlichen Raum im Obergeschoß – von den Saunagästen das „Plauderstübchen“ genannt – kann man etwas trinken, eine Brotzeit essen oder einfach mal über Gott und die Welt plaudern. Auf dieser Etage ist auch die Physiotherapie untergebracht, wo die Saunagäste bei einer Massage entspannen können.

Wer hier einen Wellness-Tempel oder ein Erlebnisbad sucht ist definitiv falsch. Die Einrichtung ist geschmackvoll, aber nicht durchgestylt. Die Anlage ist überschaubar und dennoch bietet sie alles, was ein Mensch braucht, um gepflegt und entspannt zu saunieren. „Wer zu uns kommt sucht Ruhe und möchte einfach Kraft tanken“, erklärt Andreas Früchtnicht. „Deswegen finden im Kneippgarten keine Sauna-Events statt, die woanders üblich sind. Wir verzichten auch ganz bewusst z.B. auf Hintergrundmusik, denn gerade die Stille ist in der heutigen Zeit zum Luxus geworden.“ Nach 10 Jahren Berufserfahrung als Masseur in mehreren Wellnesshotels am Tegernsee ist er überzeugt, dass weniger manchmal mehr ist.