Seit Anfang Mai ist die Rettungsaktion für den Furtnerbräu öffentlich. Was damals mit einer großen Idee, vielen Gesprächen und einer gehörigen Portion Hoffnung begonnen hat, ist inzwischen zu einem breiten Freisinger Bürgerprojekt geworden. Jetzt ist Halbzeit: Bis Ende September muss entschieden werden, ob der nächste große Schritt möglich ist – der Gang zum Notar, um das Erbbaurecht und damit die langfristige Sicherung des Furtnerbräu auf den Weg zu bringen.
Der aktuelle Zwischenstand zeigt, wie viel in kurzer Zeit bereits entstanden ist: 1.130 Menschen sind Mitglied der Genossenschaft geworden, 1.725 Geschäftsanteile wurden gezeichnet. Damit sind fast 80 Prozent des Ziels von 2.200 Anteilen erreicht. Zusätzlich unterstützen bereits 973 Menschen das Projekt über ein laufendes Unterstützer-Abo – das entspricht 32 Prozent des Ziels von 3.000 Abos.
Das ist ein starkes Zeichen. Aber es ist auch klar: Damit der Furtner wirklich langfristig gesichert werden kann, braucht es in den kommenden Wochen noch einmal viele Menschen, Familien, Firmen und Unterstützerinnen und Unterstützer, die mitmachen.
Es geht um mehr als ein Gebäude
Der Furtnerbräu ist ein denkmalgeschütztes Wirtshaus-Ensemble in der Oberen Hauptstraße – und für viele Freisingerinnen und Freisinger weit mehr als nur ein altes Haus. Er ist Kneipe, Treffpunkt, Kulturort, Erinnerungsraum und ein Stück gelebter Stadtgeschichte. Hier kommen Menschen zusammen: Alteingesessene und Zugezogene, Studierende und Stammgäste, Junge und Alte, Nachbarschaft und Kultur.
Gerade solche Orte machen eine Stadt lebendig. Sie lassen sich nicht einfach neu bauen, wenn sie einmal verschwunden sind. Ein historisches Wirtshaus mit dieser Atmosphäre, dieser Lage und dieser Bedeutung entsteht nicht durch einen Businessplan – es wächst über Jahrzehnte. Deshalb geht es bei der Rettung des Furtner nicht um Nostalgie, sondern um Verantwortung: für das Haus, für die Innenstadt und für das soziale Leben in Freising.
Warum jetzt entschieden werden muss
Die geplante Sicherung des Furtnerbräu soll über ein Erbbaurecht erfolgen. Damit könnte die Genossenschaft das Haus langfristig sichern, sanieren und erhalten. Der laufende Betrieb soll als bezahlbare, offene Kneipe weiter möglich bleiben; zugleich sollen schrittweise weitere Nutzungen entstehen – etwa Kulturflächen in den Obergeschossen und Führungen durch die ehemalige Brauerei.
Damit dieses Modell realistisch wird, braucht es jedoch eine tragfähige finanzielle Grundlage. Die Genossenschaftsanteile bilden dabei das Fundament. Sie zeigen, dass viele Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Die Unterstützer-Abos sollen zusätzlich helfen, laufende Einnahmen aufzubauen und den Erhalt dauerhaft abzusichern.
Bis Ende September muss klar sein, ob die Unterstützung groß genug ist, um den nächsten Schritt wirklich zu gehen. Dann stellt sich die entscheidende Frage: Reicht die gemeinsame Kraft, um zum Notar zu gehen und das Projekt verbindlich auf den Weg zu bringen?
Viele Schultern, ein Ziel
Das Besondere an der Rettungsaktion ist, dass sie nicht auf einen einzelnen Investor setzt. Der Furtner soll nicht einigen wenigen gehören, sondern von vielen getragen werden. Die Genossenschaft steht genau für diesen Gedanken: Viele Menschen legen zusammen, übernehmen Verantwortung und entscheiden demokratisch mit.
Neben Privatpersonen sind ausdrücklich auch Freisinger Firmen eingeladen, sich zu beteiligen. Denn ein lebendiges Stadtzentrum ist auch für Unternehmen wichtig – für Mitarbeitende, Kundschaft und die Attraktivität der ganzen Stadt. Wer in Freising arbeitet, wirtschaftet und lebt, profitiert davon, wenn es Orte gibt, an denen Begegnung, Kultur und Alltag selbstverständlich zusammenfinden.
Jetzt ist der Moment zum Mitmachen
Die Zahlen zur Halbzeit machen Mut. Über 1.000 Mitglieder in wenigen Monaten zeigen, dass vielen Menschen der Furtner wichtig ist. Gleichzeitig zeigen sie auch, dass die nächste Etappe kein Selbstläufer wird. Bis Ende September braucht es noch einmal einen kräftigen Schub.
Wer den Furtner als offene, bezahlbare Kneipe und Kulturort erhalten möchte, kann jetzt konkret helfen: Mitglied der Genossenschaft werden, Anteile zeichnen, ein Unterstützer-Abo abschließen oder als Firma mitmachen.
Am Ende geht es um eine einfache Frage: Wollen wir, dass solche Orte in Freising auch in Zukunft existieren? Wenn ja, dann ist jetzt der Moment, gemeinsam zu handeln.
Hier gibts alle Infos:
www.furtner-freising.de/genossenschaft/
Als Architekt habe ich großen Respekt vor dem, was Menschen vor fast 150 Jahren hier geschaffen haben – ein wundervolles Haus, das Verantwortung verlangt, um es behutsam und würdevoll in die Zukunft zu tragen. Und ich habe Respekt vor all denen, die hier durch gute wie schwierige Zeiten über 500 Jahre hinweg eine Wirtschaft und eine Brauerei am Leben gehalten haben:
Weil hier Menschen zusammenkommen, muss dieser Ort auch in Zukunft erhalten bleiben – dafür lohnt es sich, sich zu engagieren.
Ich habe im Furtner schon so viele tolle Leute, anregende Gespräche, schöne Abende, lange Kickerrunden, bewegende Konzerte, Kulturevents und so vieles mehr erlebt – da war es klar, dass ich mich für diesen in Freising einzigartigen Ort unbedingt einbringen muss.
Als geschichtsträchtiges Traditions- haus und lebendiger Treffpunkt prägt der Furtner das soziale und kulturelle Leben in Freising seit Jahrhunderten. Ich engagiere mich für den Erhalt dieses einzigartigen Wirtshauses, um ein wichtiges Stück lokaler Identität und gelebter Gastfreundschaft für die Zu- kunft zu bewahren. Es liegt in unserer Verantwortung, solche historischen Begegnungsorte durch aktives bürger- schaftliches Engagement lebendig zu halten.
Gerade in der heutigen Zeit gilt es, gesellschaft- liche Verantwortung zu übernehmen, statt Ent- wicklungen nur passiv zu verfolgen und sich über die Folgen zu beklagen.
Eine solche Gelegenheit, einen so bedeutenden Ort für Generationen zu bewahren und weiterzu- entwickeln, bietet sich nur einmal im Leben. Hier nicht zu handeln, wäre aus meiner Sicht geradezu unverantwortlich.
Ich engagiere mich für den Furtner, weil er für die Freisinger Kulturszene unentbehrlich ist.
Ich möchte mich hier mit 38-jähriger Berufserfahrung bei den Sanierungsarbeiten einbringen und mithelfen.
Ich bin zwar kein Stammgast im Furtner, aber erkenne und schätze sehr, dass er eine wichtige Institution in Freisings Kneipen- und Kulturszene ist. Daher steht für mich ausser Frage, mich bei der Rettung zu beteiligen und möchte JEDE und JEDEN in Freising einladen, mitzumachen. Lasst uns die Chance ergreifen, in Eigeninitiative eines der Herzstücke der Innenstadt generationenüber- greifend zu erhalten – denn es wird kein anderer für uns machen!
Der Furtner ist für mich total wichtig, damit ich weiss, wo ich meinen Mann wieder auffinden kann, wenn er mal nur eben Zigaretten kaufen wollte.
Ohne den Furtner würde
die Freisinger Kicker-Com- munity ihren letzten Treff- punkt verlieren. Neben der verbindenden Leidenschaft für den Kneipensport, treffen hier auch ganz ungezwungen verschiedene Altersklassen, Geschlechter und Nationali- täten aufeinander.
Heute können wir nur den ersten Schritt machen – aber wenn wir ihn nicht gehen, nehmen wir den nächsten Generationen jede Möglichkeit. Wenn der Furtner jetzt schließt, wird nie wieder etwas Ähnliches nachkommen. Das sollte uns jede Anstrengung wert sein!
Der Furtner ist für mich ein besonderer Ort, weil hier Generationen unkompliziert zusammenkommen und einen schönen Abend verbringen können – fast wie in einem zweiten Wohnzimmer. Es braucht solche Plätze, an denen man ohne großen Aufwand oder viel Geld Menschen trifft, ein Bier trinkt und Gemeinschaft erlebt. Gerade weil es in Freising abends immer ruhiger wird, ist dieser Ort so wertvoll für die Lebensqualität.
Ich glaube auch: Wenn wir es nicht schaffen, diesen besonderen Ort zu erhalten, wird so schnell nichts Vergleichbares nachkommen – und das wäre bitter für eine Universitätsstadt. Ich persönlich möchte nicht in einer Stadt leben, in der abends um 20 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden. Der Furtner bietet Raum für vielfältige Kultur und für Bands und Künstler, die auf großen Bühnen keinen Platz finden. Solche Orte werden immer seltener – und genau deshalb ist es mir so wichtig, den wunderschönen und urigen Furtner zu erhalten.
Ich unterstütze die Furtner Genossenschaft, weil ich darin die letzte Chance sehe den Furtner und seinen Kulturbetrieb dauerhaft zu erhalten. Zu viele Kneipen mussten in Freising in den letzten Jahren schließen. Es kann nicht sein, dass es bald keine Orte mehr gibt, in denen man sich gemütlich treffen, ein Bier trinken und soziale Kontakte knüpfen kann – quer durch alle Altersstufen. Und mit der Kleinkunstbühne im Furtner wür- de eine der wenigen Möglichkeit verschwinden wo junge Künstler und Bands sich mal auszuprobieren können, wo sich Subkultur und Kleinkunst entwickeln kann.
Für Freising ist es eine einmalige Gelegenheit hier langfristig ein reichhaltiges Kneipen- und Kulturleben zu erhalten und weiterzuentwickeln. Aber diese Chance muss auch genutzt werden. Jetzt! Von uns allen!!

