Forschen, fördern, bilden

Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft

von Katrin Stockheim, 03. Juni 2013

„Forschung, die jeden berührt“, bietet die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). Die neun Institute mit insgesamt über 1.000 Mitarbeitern greifen Fragestellungen aus der Praxis auf und stellen den landwirtschaftlichen Unternehmen auf verschiedenste Weise anwendbare Lösungen zur Verfügung. Auf dem Campus Weihenstephan befinden sich neben der Leitung der LfL und verschiedenen Dienstleistungsabteilungen  die Institute für Ökologischen Landbau, Bodenkultur und Ressourcenschutz, für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung, für Pflanzenschutz wie auch für Landtechnik und Tierhaltung. Auf dem Gelände rund um ihre Gebäude an der Langen Point bietet die Landesanstalt am Sonntag, 23. Juni 2013 der Öffentlichkeit wieder einen ganzen Tag lang Einblicke in ihre Forschung.

Fragestellungen aufgreifen und anwendbare Lösungen bieten, so beschreibt die LfL ihren maßgeblichen Tätigkeitsschwerpunkt. In der Praxis heißt das, Ideen für eine ressourcenschonende Erzeugung von hochwertigen und sicheren Lebensmitteln für die gesamte Bevölkerung zu entwickeln, dabei die Kulturlandschaft zu pflegen und zu schützen, vitale ländliche Lebens- und Wirtschaftsräume zu erhalten und dem Klimawandel erfolgreich zu begegnen. In diesem Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Ökologie ist die Landesanstalt für Landwirtschaft mit ihrem Wissen Bindeglied für die Praxis von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Die jüngste Errungenschaft  ist die „Moving Field Anlage“, eine Art mobiles Gewächshaus. Die weltweit einmalige Hightech-Anlage hält die zu beobachtenden Pflanzen kontinuierlich in Bewegung und simuliert eine Umwelt, in der die Saat unter zuvor definierten Klimaverhältnissen wachsen kann. Die Anlage verbessert die Vergleichbarkeit zu Beständen im Freiland erheblich und ermöglicht die Entwicklung regional angepasster Sorten. Durch eine automatische Bildanalyse können Daten über Größe, Farbe und Fluoreszenz der Pflanzen gesammelt werden, die beispielsweise in die Saatoptimierung für die Biogasproduktion einfließen.

Gesellschaftlich relevante Forschungsergebnisse der Landesanstalt für Landwirtschaft halten die Verbraucher täglich mit dem Gütesiegel „Geprüfte Qualität – Bayern“ und den geschützten Herkunftsbezeichnungen der EU in Händen. Beides wird vom Institut für Ernährungswirtschaft und Märkte der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft als neutrale Stelle in Bayern kontrolliert. Zudem bietet die LfL auf ihrer Webseite eine Datenbank für Regionalvermarkter an, die unter dem Link „Märkte“ und dem Hinweis „Regionalvermarktung“ zu finden ist.
Für Landwirte genauso wie für Kleingärtner oder Hobbyobstbauern nützlich sind die Informationsbroschüren der Landesanstalt. Die Titel reichen von „Wildfleisch aus landwirtschaftlichen Gehegen“ und „Bienenhaltung in Bayern“ über „Unkrautmanagement auf Wiesen und Weiden“ bis hin zu Krankheiten und Schädlingen von Tomaten, Erdbeeren, Rosen und Co. Eine Übersicht aller Informationsblätter gibt es ebenfalls im Internet. Die Broschüren können gegen eine Schutzgebühr von 50 Cent bestellt oder als PDF kostenlos heruntergeladen werden.
Im Norden des Campus Weihenstephan, dort wo die Steinbreite auf die Lange Point trifft, beginnt der Gehölzlehrpfad der LfL. Er ist Besuchern ganzjährig zugänglich und bietet mit 65 Bäumen und Sträuchern eine Übersicht über den größten Teil der heimischen Laubgehölze.

Noch mehr zu sehen gibt es am 23. Juni 2013, wenn die Landesanstalt zum Tag der offenen Tür einlädt. Eine Vielzahl an Aktionen zu den aktuellen Themen Regenerative Energien, Tierwohl, Ökolandbau, Heimische Eiweißfuttermittel, Klimaänderung sowie Lebensmittelqualität und Ernährung  wird geboten. Die Besucher erwarten Führungen über die Versuchsfelder und durch die Labore, Vorführungen u.a. zu den Themen „Flora und Fauna unter dem Mikroskop“ und „Kükenschlupf und Kaninchenhaltung“. Speziell für die Kinder wird es Ponyreiten bzw. Kutschfahrten zum Rollgewächshaus und Fische, Küken, Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen zu erleben und fühlen geben. Mit einem breiten Cateringangebot, unter anderem auch in Bio-Qualität, sorgt die Landesanstalt für das leibliche Wohl und informiert gleichzeitig über den Ökolandbau. Die Tore sind von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Mehr Informationen unter www.lfl.bayern.de