Vitus geht spielen

Folge 19

von Katrin Stockheim, 11. September 2014

Die Tage werden kürzer und die Sonnenstrahlen länger. Doch auch wenn das Freibad Mitte September schließt und die Wassertemperaturen der Badeweiher zurückgehen, möchte der Vitus die letzten Sommertage mit Wasserspielen verbringen. Dafür nimmt er dann auch gerne mal eine etwas längere Anfahrt in Kauf. Mit dem Fahrrad geht es etwa zwanzig Minuten auf dem Waldweg entlang der Isar oder auf dem Radweg zwischen Bahn und Moosach bis nach Marzling, wo am Ende des Angerwegs ein Naturspielplatz mit Wasserpumpe auf die kleinen Abenteurer wartet. Zwischen Buschwerk und einer großen Wiese am Ortsrand gelegen, können sich die Kinder hier relativ frei bewegen. Negativ wirken sich dabei allerdings die zahlreichen Obstgehölze aus, die jetzt ihre reifen Früchte auf die Wiese und den Sandspielbereich fallen lassen und damit Wespen anziehen. Ebenfalls nicht ganz so attraktiv wirkt das ungepflegte Weidenlabyrinth, das über die Jahre hinweg verwachsen und aktuell eher Zuhause zahlreicher Stechmücken ist. Bespielbar sind da schon eher die zwei neuen Schaukeln wie auch die Rutsche, die auf natürliche Weise in die den Spielplatz umgebenden Hügel eingelassen ist. Eine große Nestschaukel, die bis vor wenigen Wochen noch für Schwung sorgte, wird derzeit von der Marzlinger Gemeindeverwaltung erneuert und soll baldmöglichst wieder an ihrem Platz hängen. Zwei Holztische samt dazugehörigen fest installierten Bänken laden die Besucher ein, sich hier beispielsweise mit einem Picknick die Zeit zu vertreiben. Sie eignen sich auch sehr gut, um eben die anfangs angesprochene Wasserpumpe und die sich damit vergnügenden Kinder zu beobachten. Denn, dass es ein Vergnügen ist, wird jedem Zuschauer innerhalb kürzester Zeit klar. Auch Vitus entdeckt das Spielgerät schnell für sich. Ist er zu Beginn noch etwas vorsichtig und lässt nur das notwendigste Wasser zur Befeuchtung des Sandbodens aus dem Hahn über die zwei Rampen fließen, ist er alsbald von der Anwendung der Spielplatz-Profis begeistert. Diese stauen das Wasser professionell so lange mit einem Sanddamm auf, bis die gesamte Rampe geflutet ist, das aufgestaute Wasser den Damm durchbricht und sich in einem Schwall auf dem Sandspielplatz ausbreitet. Ganz nach Belieben lässt sich dieser Vorgang so oft man möchte wiederholen, sodass aus dem Sandplatz bald eine kleine Seenlandschaft geworden ist, die mit Eimer und Schaufel, Sieb und Rechen, Bulldog und Kipper in Form gebracht werden kann. Schuhe und ordentliche Kleidung haben dabei natürlich nichts verloren. Glück hat, wer wie Vitus vorgesorgt hat und gleich in Badehose und Wasserschuhen angereist ist.