Vitus geht spielen

Folge 14

von Katrin Stockheim, 05. März 2014

Nachdem der Winter sich heuer nicht hat blicken lassen, hat der Vitus beschlossen, den Frühling zu suchen. Dazu macht er sich auf den Weg in die Isarauen, wo es mit Wasser, Wald und Wiese unterschiedlichste Naturbiotope gibt. Während im Garten schon Winterling und Schneeglöckchen blühen, ist der Boden hier noch öd und kahl. Fast schon unordentlich liegen Zweige, altes Gras und die braunen Blätter des vergangenen Jahres herum. Doch bei genauerem Hinsehen entdeckt der Vitus, dass bereits Leben in den Bäumen und Sträuchern steckt. Heckenkirsche, Schlehe und Pfaffenhütchen sind voll mit kleineren und größeren Knospen, die nur darauf warten, dass die warmen Strahlen der Frühjahrssonne sie zum Aufplatzen bringen. Ganz gelb werden die Hände, wenn man über die von den Zweigen herabhängenden Blütenstände der Haselnusssträucher streicht. Denn genau wie die Erle zählt der Haselnussstrauch zu den Frühblühern, die zum Leidwesen der Allergiker ab Februar ihre Pollen fliegen lassen. Auf dem Damm, der sich rechts und links der Isar entlangzieht, lassen nun die ersten Kräuter ihre Blätter sprießen. Veilchen, Märzenbecher, Krokusse und Huflattich zählen zu den Pflanzen, die in den nächsten Tagen mit ihren bunten Blüten die Blicke auf sich ziehen werden. Ab April wird es dann auch in den schattenreicheren Auengegenden unter den Bäumen lebendiger zugehen, wenn Bärlauch und Maiglöckchen mit ihren Blüten den Boden bedecken. Aber Vorsicht, die Blätter beider Frühjahrsblüher ähneln sich stark im Aussehen. Doch während der Bärlauch ein bekömmliches, knoblauchähnliches Aroma besitzt, sind Maiglöckchen hochgiftig. Also wird der Vitus, wenn es soweit ist, die weiße Blütenpracht nur anschauen und die Finger davon lassen. Und beim Anblick der flauschig-weichen Palmkätzchen, die an den Ästen der blühenden Weiden bereits jetzt zum Anfassen und Streicheln einladen, gerät so oder so bei allen Kleinkindern alles andere in Vergessenheit.