Valio Tchenkov – König des täglichen Nichts | Malerei und Objekte

Ausstellung, 22.09.2017, 15.00 Uhr

Valio Tchenkov, 1966 in Bulgarien geboren, studierte zunächst an der Akademie der schönen Künste in Sofia, ehe er 1993 an die Akademie der bildenden Künste in München wechselte. Sein Lehrer war Helmut Sturm, ein Mitglied der Gruppe SPUR, den damals sogenannten Jungen Wilden.

Nach einer – vorübergehenden – Absage an die Malerei entstand eine Reihe performativer und konzeptueller Arbeiten, mit denen sich Tchenkov hintersinnig-subversiv mit der Frage nach dem Wesen und Wert von Kunst und den Absurditäten des modernen Kunstbetriebs auseinandersetzte.

Ab 2006 wendet sich Tchenkov wieder der Malerei zu: Auf das diffuse Gefühl einer tiefgreifenden, aber doch nicht greifbaren existentiellen Bedrohung in unserem 21. Jahrhundert reagiert der Künstler – ebenso reflektiert wie unbewusst-spontan – mit slapstickartigen Szenen aus dem Alltag. Obwohl er sein Metier meisterlich beherrscht, verzichtet er auf jede Perfektion und setzt für seine Bild-Objekt-Assemblagen auch minderwertige Materialien ein. Als „König des täglichen Nichts“ bewahrt sich Tchenkov die Autonomie und Freiheit des Künstlers und leistet mit einem gehörigen Quatum Ironie und spielerischem Galgenhumor tapfer Widerstand.