Müttercafe Freising: Auf einen Ratsch und eine Runde Bobbycar

von Anne Klein, 06. Januar 2012

„Es ist jede Woche richtig bunt bei uns“, sagt Sabine von Garßen lächelnd. Es ist kurz vor halb zehn morgens, immer mehr Mamas, Papas, kleine und große Kinder füllen das winzige Bistro im Tollhaus in Lerchenfeld. Sie alle kommen zum „Müttercafé“ – jeden Dienstagvormittag zwischen 9.30 Uhr und 11.30 Uhr. Seit beinahe acht Jahren hat auch Diplom-Pädagogin von Garßen nun schon diesen festen Termin. Sie leitet den offenen Treff für Mütter und Väter mit ihren Kindern gemeinsam mit Ute Bormann, unter anderem Kinderarzthelferin, freie Musiklehrerin und Geburtsvorbereiterin.
Hier verabreden sich die Eltern zum Frühstück, ratschen und beraten sich während die Kinder spielen. Das gesunde Frühstücksbüfett ist reichhaltig: es gibt Kaffee, Tee, Semmeln und Brezen, frisches Obst, Rohkoststicks, Käse und Wurst und eben alles was auch kleinen Gaumen schmeckt.
„Seit einiger Zeit bieten wir auch türkische Wurst an“, erklärt Bormann, das Publikum ist eben international. Ob eine Tasse Kaffee, eine Semmel oder Breze – je 0,50 Cent wandern dafür in die Kasse. Aber es gibt keinen „Verzehrzwang“, betont von Garßen. Man muss nicht frühstücken, um
da bleiben zu dürfen. Jeder räumt anschließend sein Geschirr selbst in die Spülmaschine, das gehört zu den Gemeinschaftsregeln, die Bormann und von Garßen aufgestellt haben: „Ohne diese Gemeinschaftsregeln würde es drunter und drüber gehen,“ dafür seien es mittlerweile einfach zu viele, die jeden Dienstag dabei sind. Durchschnittlich 30 Eltern kommen Woche für Woche vorbei. „Uns besuchen auch Großeltern oder hin und wieder Ehemalige, die einfach mal so zum Frühstücken rein schauen“, erzählt Bormann weiter. Schön ist auch, dass es keine geschlossene Gruppe für ein bestimmtes Alter der Kinder ist. So kommt Tagesmutter Karin gerne mit ihren drei Schützlingen Quirin (10 Monate), Jonathan (15 Monate) und Hannah (18 Monate): „Hier können die Kinder sich einfach super bewegen. Gerade wenn die Spielplatzsaison vorbei ist, ist das Platzangebot hier ideal.“ Das findet auch Kerstin, Mutter von Denise (2 ½ Jahre). „Es ist toll zum Quatschen, weil nette Leute da sind; man kann kommen und gehen, wann man will, und die Räume und das Angebot sind einfach prima.“

Während auf der großen Decke im Bistro die Babys vergnügt quietschen, nutzen die größeren Kinder den Platz in der Skaterhalle und das Spielzeug, das ausschließlich aus Spenden angeschafft wurde. Besonders beliebt ist der Fuhrpark mit seinen bunten Bobbycars.
Seit 2003 hat sich das „Müttercafé“ nun fest etabliert im Freisinger Angebot für Familien. Seit 2008 gibt es eine Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt. Mit jedem Jahr sind die Besucherzahlen gestiegen und das im Großen und Ganzen nur durch Mundpropaganda. „Unsere Arbeit basiert auf dem Vertrauen und persönlichen Kontakt zu unseren Besuchern.“, weiß Bormann. Und aufgrund ihrer und Sabine von Garßens
Qualifikationen gibt es auch immer wieder Hilfestellungen bei den unterschiedlichsten Fragen.
Nicht ohne Stolz sagt von Garßen, die seit der Gründung mit dabei ist: „Wir haben eine Menge Ideen, die wir in der Zukunft gerne umsetzen würden.“ Ute Bormann möchte beispielsweise im kommenden Jahr wieder eine Musikgruppe anbieten. „Eine halbe Stunde in der wir gemeinsam
alte und neue Lieder singen und dabei das ein oder andere Instrumente kennenlernen können.“ Es gebe leider viele Projektideen, die in der Schublade verschwinden würden. Das liege auch am Zeitmangel, „wir arbeiten ja weiter in unseren Berufen.“, betont von Garßen. „Es ist schade, dass für jede Förderung mit öffentlichen Mitteln ein neues Projekt gesucht wird, das dann aus dem Boden gestampft werden muss“, bedauert von Garßen. Sie wünscht sich, dass bestehende, erfolgreiche und gute Angebote wie das Müttercafè „auf solide Beine“ gestellt werden. „Eine feste Stelle und wir könnten noch eine Menge Ideen verwirklichen.“, erklärt sie. Weitere Informationen gibt es auch unter www.muettercafe-freising.de