MiBiKids – eine Initiative von Migranten für Migranten

01. September 2011

Als Samuel Fosso, 38, gebürtiger Kameruner, 2001 nach Deutschland kam hatte er schon verschiedene Bildungssysteme kennen gelernt. Zum Abitur in Kamerun und dem Informatik-Studium in Polen kommen jetzt die schulischen Herausforderungen seiner eigenen Kinder hinzu. All das hat ihn zum Nachdenken gebracht. Und dass er sich intensiv mit der Thematik auseinander gesetzt hat, merkt man spätestens, wenn man mit ihm über das bayerische Bildungssystem diskutiert und feststellt, dass er den bayerischen Bildungsbericht nahezu auswendig kennt. Auch wenn er darüber keine Wertung abgeben will, wie es um das Bildungssystem bestellt ist, hat Herr Fosso erkannt, dass vor allem für Kinder mit Migrationshintergrund die schulische Ausbildung einige Hürden bereitstellt. Und da er aus eigener Erfahrung weiss, wie wichtig vor allem die Sprachkenntnis ist, um dem Unterricht folgen zu können, aber auch festgestellt hat, dass in diesem Bereich noch Defizite erkennbar sind, hat er sich kurzerhand entschlossen, selbst die Initiative zu ergreifen. Gemeinsam mit Noel Takam Fotsing, der ebenfalls aus Kamerun stammt, an der FH und TU München sein Ingenieursdiplom erworben hat und seit 1999 in Deutschland lebt, hat er den Verein MiBiKids e.V. gegründet. Die Abkürzung steht für „Migration, Bildung, Kinder“ und zeigt sofort, um was es geht. Ziel des Vereins ist es zunächst, Kindern mit Migrationshintergrund zu helfen, eventuelle Defizite im Umgang mit der deutschen Sprache zu beseitigen. Herr Fosso weiss, dass nicht alle Kinder gleichermaßen vom Elternhaus aus gefördert werden, was nicht zuletzt häufig an den schlechten Sprachkenntnissen der Eltern selbst liegt.
Aber hier will MiBiKids einhaken. Mittlerweile haben sie auch schon einige Ehrenamtliche gefunden, die mit Kindergartenkindern ab 3 Jahren und Vorschulkindern in kleinen Gruppen spielerisch beim Einsatz der deutschen Sprache helfen und im aktuellen Schuljahr sind sogar das erste Mal 21 Grundschulkinder dabei. Finanziert wurden die ersten Gruppen von Spenden der FMG und des SZ-Adventskalenders, sowie einem Mitarbeiter-Fonds von FMG-Angestellten, die einen Teil ihrer Überstunden an gemeinnützige Projekte spenden. Auch die Sparkasse Freising hat dem jungen Verein schon unter die Arme gegriffen. Nach den zwei Standorten im Haus der Vereine und dem Epiphanias-Zentrum in Lerchenfeld, soll noch ein dritter im Pfarrheim St. Lantpert kommen. Für die Zukunft plant der Verein jedoch auch Kooperationen mit den Schulen und hofft, das Angebot noch etwas ausweiten zu können. Der Bedarf ist jedenfalls da, wie die ständig steigenden Anmeldungen zeigen. Samuel Fosso möchte, dass so viele Kinder wie möglich zu mehr Chancengleichheit kommen. Und er ist zuversichtlich, dass sich in Freising einiges erreichen lässt. Wer den Verein unterstützen kann, ob finanziell oder mit ehrenamtlichem Engagement, findet weitere Informationen im Internet unter www.mibikids.de