Klimaschutz – auch in Corona-Zeiten?

Der Umwelttipp des Monats

von Dr. Ulrich und Uta Bomme, 30. Mai 2020

Das Coronavirus hat die Menschheit weltweit in eine plötzliche Krise nicht für möglich gehaltenen Ausmaßes gestürzt. Viele Menschen fürchten um ihre Gesundheit, ihre Zukunft, teilweise ums Überleben. Die Wirtschaft liegt darnieder, das soziale Leben ist stark eingeschränkt. Kann man in dieser angespannten Situation über einen Umwelttipp im Alltag schreiben? Nun man kann und muss sogar – gerade in diesen Krisenzeiten, die sehr viele Menschen nachdenklich gemacht haben. Dieses Mal geht es aber nicht um ein spezielles Thema, sondern um allgemeine Überlegungen, was wir alle bei uns selber freiwillig für eine nachhaltigere, Klima und Umwelt-freundlichere Lebensweise ändern können. Gesellschaft von heute auf morgen drastische, ungeahnte Einschränkungen auferlegt. So etwas möchten wir nie mehr erleben. Wir gehen nämlich fest davon aus, dass diese Krise nur temporär ist. Wenn wir uns allerdings ehrlich mit den negativen Folgen des Klimawandels auseinandersetzen, können wir überhaupt nicht mehr sicher sein, dass sich so etwas Schlimmes oder Schlimmeres nicht wiederholt. Im Gegensatz zu Corona ist die Entwicklung zu einer schweren, lang anhaltenden Klimakrise aber schon lange von namhaften Wissenschaftlern angesagt. Die Trockenheit hat längst Deutschland erreicht – zwölf zu trockene Aprilmonate in Folge gefährden inzwischen berufliche Existenzen. Gefährliche Krankheitsüberträger wie die Asiatische Tigermücke werden zunehmend bei uns heimisch, mit allen schrecklichen Folgen- Corona lässt grüßen. Zunehmende Luftverschmutzungen führen zu Erkrankungen der Atmungsorgane mit schwerwiegenden Verläufen bei Viruserkrankungen wie zur Zeit durch Sars-CoV-2. Die Folgen des Klimawandels sind also schon längst bei uns angelangt, genau wie Corona, und betreffen uns direkt. Aber noch können wir uns alle dagegen stemmen.

 

Also hallo: Tun wir uns doch alle – Bürger, Politiker, Wirtschaftslenker, Wissenschaftler usw. – zusammen, ziehen an einem Strang und setzen alles für ein nachhaltiges, Umwelt- und Klima-schonendes Verhalten um, was wir schon längst wissen, und wonach wir nur nicht handeln. Während Corona-Zeiten hat es ja auch geklappt mit Hygienemaßnahmen, Abstand halten, Mund- und Nasenschutz, wie es uns seriöse Wissenschaftler empfohlen haben. Wir alle zusammen tragen Verantwortung für uns, für die Gesellschaft, für unsere Kinder und Enkel – jede/r nach den gegebenen Möglichkeiten. Wie gut hat uns in den vergangenen Wochen das Radeln, Laufen, Gehen getan. Wir haben plötzlich entdeckt, dass es ganz in der Nähe viele sch.ne Plätze gibt, die wir noch gar nicht kannten. Ohne Auto haben wir sie gefunden. Private oder geschäftliche Flugreisen um den halben Erdball sind unerwartet zum Erliegen gekommen. Erst waren wir entsetzt, inzwischen geben viele zu, dass das mit dem Stress beim Einchecken und dem Jetlag auch nicht so das Wahre war. Kürzere Urlaubsreisen oder so manche Videokonferenz statt hektischer Dienstreise könnten daher auch künftig den Stresspegel senken und dem Klima helfen.

 

Stromausf.lle in den vergangenen Wochen- nicht auszudenken. Wie hätten wir die vergangenen Monate der sozialen Distanzierung ohne Telefon, Internet, Videokonferenzen überstehen sollen? Unbegrenzt steht dieses „Lebenselixier“ aber nicht zur Verfügung. Hier können wir ebenfalls alle nach dem Motto „Kleinvieh macht auch Mist“ zum Sparen beitragen, um den lebensnotwendigen Strom dann zu haben, wenn wir ihn wirklich brauchen.

 

Kleines Beispiel: Wird die Helligkeit des Handydisplays verringert, h.lt der Akkumlänger und wir sparen Energie. Vor allem in Innenräumen reicht ein weniger heller Bildschirm vollkommen aus. Haben Sie schon mal probiert, wie angenehm eine inverse Darstellung sein kann? Weiße Schrift auf schwarzem Grund ist leichter zu lesen, für Ihre Augen angenehmer, und der Akku bedankt sich mit einer längeren Lebensdauer.

 

Sehr praktisch beim Stromsparen ist eine Steckerleiste mit LED-Anzeige, an der sich mehrere Geräte, wie Computer, Monitor, Drucker befinden. Ist die Arbeit beendet, wird der Computer heruntergefahren und die Steckerleiste ausgeschaltet. Logisch, dass die meisten von uns bald wieder ein Leben wie vor Corona führen möchten. Muss es aber überall wieder so maßlos sein? Freiwilliger Verzicht auf klimaschädliches Verhalten von uns allen ist etwas ganz anderes als durch eine weltweite Katastrophe aufgezwungener Verzicht, dem wir nicht mehr entkommen können. He, wir die stolze, vernunftbegabte „Krone der Schöpfung“, werden doch wohl nach den traumatischen Erfahrungen mit dem Virus in der Lage sein, alles zu tun, um solches Unheil zu verhindern.

 

Packen wir’s an, machen wir mit.

Unsere Umwelttipps können ein kleiner Anstoß sein. Viele weitere interessante finden

Sie im Internet z.B. vom NABU: www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/klimaund-luft/klimawandel/06740.html oder vom WWF: www.wwf.de/aktiv-werden/tipps-fuer-den-alltag/ (Dr. Ulrich und Uta Bomme)