Johannes Gründel gestorben

Weltweit angesehener Professor prägte an der Münchner Universität Generationen von Theologen

17. März 2015

Der weltweit angesehene Moraltheologe Johannes Gründel ist im Alter von 85 Jahren am späten Montagabend, 16. März, gestorben. Gründel lehrte fast vier Jahrzehnte an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität, davon hatte er 29 Jahre lang den bedeutenden Lehrstuhl für Moraltheologie inne. Gründel hat in dieser Zeit ganze Generationen von Theologen geprägt und immer wieder zu brisanten aktuellen Themen Stellung bezogen, etwa im Bereich der medizinischen Ethik. Er war ein geschätzter Gesprächspartner und Ratgeber in Kirche, Politik, Wirtschaft und Medien. Der 1952 in Limburg zum Priester geweihte Gründel war von 1983 an 25 Jahre lang Mitglied im Priesterrat des Erzbistums.

Gründel wurde 1929 in Ullersdorf/Grafschaft Glatz geboren. Er studierte an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Königstein im Taunus und an der Universität München Philosophie, Psychologie und Theologie. Seine Dissertation verfasste er zum Thema „Die Lehre von den Umständen der menschlichen Handlung im Mittelalter“. 1966 habilitierte er sich in München mit der Habilitationsschrift „Die Lehre des Radulfus Ardens von den Tugenden des Verstandes auf dem Hintergrund seiner Seelenlehre“. 1969 wurde er auf den Lehrstuhl für Moraltheologie an der Ludwig-Maximilians-Universität berufen, 1997 wurde er emeritiert.

(Quelle: Erzbischöfliches Ordinariat München, Foto: BR)