H&M eröffnet im Frühjahr 2016 in Freising einen Laden

26. November 2014

Seit einigen Tagen wird das Gebäude des ehemaligen Bavaria-Kino ausgeräumt. Bauzäune wurden aufgebaut und LKWs transportieren die alten Kinosessel ab.

Werner Tybussek, der Geschäftsführer der Firma “EEW – Gesellschaft für Grundbesitz und Projektentwicklung” aus Sindelfingen bestätigt dann auch dem FINK Magazin auf Anfrage, dass er als neuer Eigentümer des Gebäudes mit dem Ausräumen bereits begonnen habe. “Unter der Voraussetzung, dass in diesem Jahr noch die Baugenehmigung erteilt wird, werden wir im Januar 2015 mit dem Abbruch beginnen. Wir gehen davon aus, dass im Frühjahr 2016 H & M eröffnen kann.”, so Tybussek weiter. Das Unternehmen wurde im Jahr 1976 gegründet und ist mittlerweile als Projektentwickler im gesamten Bundesgebiet tätig. Ein Feld dabei ist, Häuser in guten Innenstadtlagen aufzukaufen, umzubauen und weiterzuverpachten, wie es nun auch in Freising geschehen soll.

Dass die Genehmigung für Abbruch und Wiederaufbau erteilt wird, ist wohl nur noch eine Formalie, die Pläne sind bereits mit der Bauverwaltung durchgesprochen, einen genehmigten Vorbescheid gibt es bereits. Zuletzt wurde noch in der Öffentlichkeit diskutiert, wie modern ein solches Gebäude ausfallen darf. Im heutigen Bau- und Planungsausschuss werden die Pläne der Öffentlichkeit vorgestellt. Danach wird über den Antrag beraten und abgestimmt.

Das Bavaria-Kino wurde 1944 gebaut. Paul Fläxl erzählt: “Die Filme waren zur Zerstreuung oder mit Durchhalteparolen.“ Und dieser Bau war der Obrigkeit so wichtig, dass russische Kriegsgefangene mitbauen mussten. Eröffnet wurde das Bavaria, das damals aus einem großen Saal bestand, an Silvester 1944 und lief, bis im Mai 1945 die Amerikaner anrückten und das Kino beschlagnahmten. Georg Fläxl durchlief nach dem Krieg den Prozess der Entnazifizierung, er wurde als Mitläufer des Regimes eingestuft und musste einen Jahresverdienst zahlen. Das Bavaria-Kino blieb in amerikanischer Hand.
1952 kam dann das Kino im Colloseum dazu, jener legendären Einkaufspassage mit großem Tanzsaal und eben auch einem Kino. Dieses Kino baute dann schon die nächste Generation: die Eltern von Paul Fläxl, Therese und Paul senior. Was zu dieser Zeit für die junge Familie anstrengend war: Paul Fläxl junior war noch klein, sein Bruder war unterwegs, dazu die Baustelle und das Stadtkino.
Parallel dazu versuchten die Fläxls, das Bavaria Kino wieder zurückzubekommen. Sogar an Präsident Eisenhower schrieb die Familie und bekam auch Antwort aus dem Weißen Haus. Ihr Kino werde bald zurückgegeben. 1955 waren dann die Versuche erfolgreich, das Bavaria ging als eines der letzten beschlagnahmten Kinos in ganz Deutschland zurück an die Familie. Die Amerikaner gaben es frei, nahmen aber die komplette Inneneinrichtung und Technik mit in die Kaserne für ihr Truppenkino. Übrig blieben nur ein paar Popcornbrösel. „Das war das erste Mal, dass ich Popcorn gesehen habe, damals mit sechs Jahren.“, erinnert sich Paul Fläxl.

Die gesamte Geschichte der Freisinger Kinos können Sie hier nachlesen:

http://www.fink-magazin.de/filmtheaterbetriebe-flaexl-100-jahre-kino-in-freising/